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Korrespondenz: Alfred Escher, Johann Jakob Stehlin – Josef Zingg

AES B8384 | StABS PA 513 I B 5.1

Josef Zingg an Alfred Escher und Johann Jakob Stehlin, Seeburg, Sonntag, 11. September 1864

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Grosser Rat LU

Briefe

HHerrn Bürgermeister Stehlin &
Präsident Dr. A. Escher!

Ich bedauere außerordentlich, daß ich verhindert bin, Sie heute zu begrüßen & an Ihren Ver handlungen Theil zu nehmen. Mein Arzt hat mich für heute noch unbarmherzig in meine vier Wände eingebannt. Ich hoffe indeßen bald wieder frei zu werden. –

Bei der Umschau, ob & was allfällig in Luzern für Abordnungen verwendet werden könnte, sind mir die HH. Nationalräthe Hunkeler & Schindler als die geeignetsten Persönlichkeiten vorgekommen. Beide nehmen an der Sache ein sehr großes Intereße & sind sehr einflußreiche Mitglieder unsres Großen Rathes. Geschäftsgewandtheit kommt beiden zu; Hr. Schindler besitzt mehr Lebhaftigkeit, Hr. Hunkeler mehr Gründlichkeit. –

Wären Sie vielleicht bereit, auch die Vorbereitung der Traktanden für die bevorstehende Sitzung der | großen Commission in den Kreis Ihrer Berathungen zu ziehen, oder geben Sie der Ueberweisung an die Commission, von der ich jüngsthin Hrn. Präs. Escher ge sprochen habe, den Vorzug? Der Brief an Hrn. RR. Benz zu Handen der Commission ist noch nicht abgegangen. –

In Anlage übermache Ihnen noch einige Notizen, die mir gestern Abend von Seite des Hrn. Ingen. Koller zugegangen sind. Ich habe bei der Be sprechung mit den Mitgliedern der italienischen Commißion ebenfalls den Eindruk erhalten, daß in Italien der Kampf lebhafter zwischen Splügen & Gotthardt, als zwischen Lukmanier & Gotthardt entbrennen wird. –

Genehmigen Sie beinebens die Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung von

Ihrem ergebenen

J. Zingg.

Seeburg 11. 7 br 1864. –

Kommentareinträge

Nachträgliche Notiz oben rechts auf Seite 1 von dritter Hand mit Bleistift: « 11t 7br 64 » .