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Korrespondenz: Alfred Escher – August von Gonzenbach

AES B8356 | BBB Mss.h.h.XLI.58.30a

Alfred Escher an August von Gonzenbach, München, Mittwoch, 7. Januar 1857

Schlagwörter: Bundesrat, Gesandtschaften und Delegationen (diverse), Neuenburger Frage (1848–1857), Vereinigte Bundesversammlung

Briefe

Hochgeachteter Herr & Freund!

Indem ich Ihnen Ihre gef. Mittheilungen vom 3t bestens verdanke, schließe ich diesen Zeilen den mir gütigst übermittelten Brief von H. Prof. Bluntschli bei. Als mir im Erlacherhof am ersten Tage der letzten außerordentlichen Bundesversammlung der Gedanke, H. Bl. eine Mission an die Süddeutschen Höfe zu übertragen, zur Kenntniß gebracht wurde, machte ich sogleich darauf aufmerksam, wie wenig verträglich mit seiner Stellung als Bairischer Staatsbeamteter dieses sein würde. Man scheint die Einwendung begründet gefunden zu haben & übertrug Herrn Furrer die fragliche Mission.

Ich hoffe, der Bundesrath werde nunmehr vorkommendenfalls von den trefflichen Diensten, welche Sie im diplomatischen Gebiete zu leisten im Falle sind, geeigneten Gebrauch machen. Ich habe meinerseits gehörigen Ortes bereits eine dießfällige Anregung gemacht.

Immermehr hoffe ich, es werde die Neuenburgerangelegenheit einer friedlichen & befriedigenden Lösung entgegengeführt werden können. Hier, wie allerwärts, findet die Schweiz lebhafte Sympathieen. Erst gestern Abend habe ich bei einer Unterredung mit dem Präsidenten der IIten Bairischen Kammer Gelegenheit gehabt, mich davon in erfreulichster Weise zu überzeugen. |

Ich bleibe noch einige Tage hier, wenn mich der Telegraph, durch den ich von allen wichtigern Vorkommnissen unterrichtet werde, nicht abruft.

Ihre freundlichen Glückwünsche zum neuen Jahre erwiedere ich Ihnen & den verehrten Ihrigen gegenüber in der Meinigen & meinem Namen aufs herzlichste. Mit freundschaftlicher Hochachtung

Ihr ergebener

Dr A Escher

München
7 Januar 1857