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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B8190 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB02_007

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Freitag, 22. März 1867

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Personelle Angelegenheiten

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Entschuldigen Sie es gütigst, wenn ich erst jetzt auf Ihre verehrl. Zuschrift vom 16 dß. antworte. Ich bin in den letzten 8 Tagen von Geschäften fast erdrückt worden & da die in Aussicht gestellte Eingabe Wetli's noch nicht erfolgt ist, so schien mir in einer Verzögerung der Niedersetzung der mit der Wetli'schen Angelegenheit zu betrauenden Commission keine Gefährde zu liegen.

Ich wünsche nun sehr & betrachte es als selbstverständlich, daß Sie an die Spitze dieser Commission treten. Unter | dieser Voraussetzung will ich mich bereit finden lassen, derselben ebenfalls anzugehören. Die Ernennung des Hrn. Stehlin in die Commission scheint mir eine durchaus angemessene.

Die Tessiner Angelegenheit anlangend kommt wesentlich in Frage, was hierorts von der Idee gehalten werde, vorerst bloß eine Linie ChiassoLugano anzustreben & ob für die Verwirklichung eines solchen Vorhabens finanzielle Unterstützung von dießseits der Alpen zu erwarten stehe. In letzterer Beziehung können wohl allein die bei der Gotthardvereinigung betheiligten Bahngesellschaften in Betracht kommen, von Seite derer übrigens wohl auch keine Geldleistungen in Aussicht genommen | werden dürfen. Mit Rücksicht darauf wird wohl bei der Aufstellung eines Ausschusses für die Vorberathung der Tessinerangelegenheit auf die beiden Bahngesellschaften Rücksicht zu nehmen sein. Die Ernennung dieses Ausschusses erscheint übrigens nicht gerade als dringlich & wir dürften uns daher vielleicht noch vorher in der Wetli' schen Commission zu sehen & mündlich zu unterhalten Gelegenheit finden.

Genehmigen Sie die Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von

Ihrem freundschaftlich ergebenen

Dr A Escher

Zürich
22 März 1867