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Doertenbach und Compagnie an Alfred Escher, Stuttgart, Samstag, 23. September 1871

Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Sr Hochwohlgeboren
Herrn Doktor Alfred Escher
Präsident des Comités für Ausführung der Gotthard Bahn
Zürich. 1

DOERTENBACH & CIE
STUTTGART

Euer Hochwohlgeboren!

Wir werden so eben von Frankfurt aus auf vertraulichem Wege eingeladen, einem Consortium zur Uebernahme der St. Gotthard bahn beizutreten. Es scheint demnach mit der Ausführung derselben Ernst werden zu wollen. Nun haben wir seiner Zeit Euer Hochwohlgeboren so wie deren Abgesandten Herrn Director Stoll, bereits unsere Erklärung in Gemeinschaft mit den Herren Pflaum & [Co ?] dahier abgegeben, daß wir unsere Kraft für Sie als Präsident des Comité für die St. Gotthard bahn einsetzen und unter den damaligen | ernsten Verhältnissen 1 Million als Betheiligung in Aussicht gestellt. Die allgemeine Weltlage war damals zu ernst, um anzurathen, sofort mit der Sache vor das Publicum zu treten. Württemberg selbst hätte damals bei den Landständen schwer eine Subvention erlangen können und weil wir hievon genau unterrichtet waren, suchten wir die Ausführung hinauszuschieben. Wir wurden darin noch bestärkt durch die Disconto gesellschaft in Berlin, welcher wir als einer der bedeutendsten Intelligenzen und Geldkräfte die Angelegenheit mittheilten und welche uns damals schrieb, daß dieselbe noch nicht zur ernstlichen Behandlung kommen könne –. Seitdem haben sich nun die Verhältniße in Deutschland sehr günstig gestaltet und es ist jezt allerdings die | Zeit gekommen, wo ein so großartiges Unternehmen allgemeinen Beifall finden wird. All die höchst intereßanten Dokumente – Berichte Ihrer Sitzungen etc welche Sie uns als Intereßenten zuzusenden die Güte hatten, haben wir genau studirt und sind somit auf dem Laufenden. Wir bitten Sie nun uns über den Stand der Angelegenheit gütigst Etwas zu sagen und empfehlen uns mit ausgezeichneter Hochachtung

Doertenbach & Cie

Stuttgart 23 Sept 1871.

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