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Korrespondenz: Alfred Escher – Samuel Friedrich Siegfried

AES B7926 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_011

Samuel Friedrich Siegfried an Alfred Escher, s.l., Montag, 26. April 1869

Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Grosser Rat TI

Briefe

Lieber Freund!

Während ich diesen Abend meinen Brief an Dich vollendete & das bezügliche (2te Telegr. v. heute) an Dich fertigte, war Ducoster z. Aufsuchen v. Freunden ausgegangen. Als ich v. der Post, wohin ich meine Eröffnungen an Dich getragen hatte, zurükkam, traf auch er ein & sagte, daß er Jauch gesprochen & ihm v. Stand der Dinge Kenntniß gegeben habe. Er habe sogleich es als nöthig erklärt, daß, wenn auch in der Konzession die Zusammensezung des Comité nicht zu nennen nöthig sei, doch sonst in einem besonderen Akt dieses zu Handen des Gr. Raths konstatirt werden müsse, worauf ich Ducoster veranlaßte, | folgendes 3te Telegr. v. heute an Dich zu richten: Afin d'éviter l'indication des membres du comité dans la concession, il faut presenter un acte de sa constitution, à fin que le grand conseil en ait connaissance. Veuillez si possible l'expédier demain.

Im Uebrigen seien die Fragen über Wegfallen der Konzession infolge Nichtbewilligung des Stük's Camerlata Chiasso, oder blos infolge Nichtausführung des Stüks Lugano Bellinzona in Anwesenheit der herbeigekommenen | Herren Franchini & Morosini besprochen worden & scheine Jauch darin uns. & des Staatsraths Meinung zu sein. Sobald ich v. Uebermittlung der Konzession an Jauch z. Handen des Gr. Raths Kenntniß habe, werde ich ihm wieder meine Aufwartung machen, um ihm die Sache zu empfehlen & so weit wünschenswerth Auskunft zu ertheilen, so wie seine allfälligen abweichenden Ansichten zu vernehmen. Ich denke die Mittheilung des Konstituirungsakts des Comite wird wenig Schwierigkeit haben. Bestmögliche | Beglaubigung desselben ist wohl zwekmässig.

Ob am Ende auch noch die Forderung einer Caution auftaucht? Ducoster meint, daß sie nöthigenfalls gewährt würde v. Seite des Comite Sage mir auch darüber ein Wort.

Für heute nun wohl genug. Gott befohlen!

Dein

Siegfried.

26. 4. 69.