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Korrespondenz: Alfred Escher – Friedrich von Dillenius

AES B7486 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_061 (Abzug)

Alfred Escher an Friedrich von Dillenius, Zürich, Mittwoch, 24. Februar 1875

Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Demissionen, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Personelle Angelegenheiten

Briefe

Zürich, den 24. Februar 1875.

Hochverehrter Herr Präsident!

Herr R. Gerwig hat wegen Meinungsverschiedenheiten, die zwischen ihm und der Direktion der Gotthardbahn bezüglich der Organisation des technischen Dienstes entstanden sind, sich veranlaßt gesehen, seine Entlassung von der Stelle eines Oberingenieurs der Gotthardbahn zu verlangen.

Da während der ganzen Baucampagne der Gotthardbahn der gegenwärtige Augenblick gerade derjenige sein dürfte, welcher die größten und zugleich dringlichsten Anforderungen an die Bauleitung stellt, so ist eine möglichst beförderliche Wiederbesetzung der erledigten Stelle mit einem hervorragenden Techniker eine gebieterische Nothwendigkeit.

Die Direktion der Gotthardbahn erachtet es in ihrer Pflicht, keine Anstrengung zu scheuen, damit dieses Ziel erreicht werde. Es wird ihr das aber nur dann gelingen, wenn sie sich des freundlichen Rathes vorab derjenigen Männer zu erfreuen hat, welche durch ihre tiefe Einsicht in die Anforderungen, welche an einen Oberingenieur der Gotthardbahn gestellt werden müssen, sowie durch ihre ausgebreitete | Personalkenntniß ganz besonders dazu befähigt sind, solchen Rath zu ertheilen. Durch diese Erwägung geleitet und in dankbarer Erinnerung an die freundschaftliche Gesinnung, welche Sie mir von jeher zu beurkunden die Gewogenheit hatten, erlaube ich mir, an Sie, hochverehrter Herr Präsident! mit dem ergebenen Ansuchen zu gelangen, falls Ihnen Techniker bekannt wären, die Sie zu der Bekleidung der Stelle eines Oberingenieurs der Gotthardbahn für befähigt erachten und welche auch im Falle wären, diese Stelle beförderlich anzutreten, mir dieselben gefälligst benennen und mich im Weitern durch Uebermittlung möglichst eingehender Notizen über ihre Befähigung und ihren Charakter beehren zu wollen. Ich wäre Ihnen für eine solche Handbietung sehr verbunden und im Hinblicke auf die außerordentliche Dringlichkeit der Sache noch zu besonderm Danke verpflichtet, wenn Sie die Gewogenheit hätten, mich durch eine baldige Antwort zu erfreuen.

Entschuldigen Sie gefälligst die Bemühung, die ich Ihnen verursache, und genehmigen Sie, hochverehrter Herr Präsident! die erneuerte Versicherung ausgezeichneter Hochachtung

Ihres ergebenen

Dr A Escher 1

SrHochwohlgeboren
Herrn Geheimrath v. Dillenius
Präsidenten der k. Württembergischen
Eisenbahndirektion
& & & Stuttgart.

Kommentareinträge

1Brieftext von dritter Hand mit Unterschrift von Eschers Hand.

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