Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Robert Gerwig
  • 1820
  • 1830
  • 1840
  • 1850
  • 1860
    1. an Robert Gerwig, 19. Oktober 1863 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Personelle Angelegenheiten, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen AES B3466
    2. von Robert Gerwig, 21. Oktober 1863 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Personelle Angelegenheiten, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen AES B7357
    1. von Robert Gerwig, 9. Januar 1864 Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Mont-Cenis-Bahn, Vereinigte Schweizerbahnen (VSB), Lukmanierbahnprojekt, Gotthardbahnprojekt, Reisen und Ausflüge AES B7358
    2. an Robert Gerwig, 11. Januar 1864 Schlagwörter: Mont-Cenis-Bahn, Vereinigte Schweizerbahnen (VSB), Lukmanierbahnprojekt, Gotthardbahnprojekt, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen AES B3467
    1. von Robert Gerwig, 17. Juli 1870 Schlagwörter: Presse (allgemein), Vereinigte Bundesversammlung, Gotthardbahnprojekt, Staatsverträge, Eisenbahnen Verträge, Eisenbahnen Bau und Technik, Deutsch-Französischer Krieg (1870/71), Italienisches Parlament AES B2494+
    2. an Robert Gerwig, 22. Juli 1870 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Centralbahn (SCB), Tunnelbau, Gotthardbahnprojekt, Deutsch-Französischer Krieg (1870/71) AES B3470
    1870
    1. an Robert Gerwig, 18. März 1872 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Personelle Angelegenheiten, Reisen und Ausflüge AES B7240
    2. an Robert Gerwig, 24. März 1872 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Tunnelbau, Gotthardbahnprojekt AES B7251
    3. an Robert Gerwig, 26. März 1872 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Personelle Angelegenheiten AES B7242
    4. an Robert Gerwig, 30. März 1872 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Tunnelbau, Gotthardtunnel, Gotthardbahnprojekt AES B7243
    5. von Robert Gerwig, 31. März 1872 Schlagwörter: Tunnelbau, Mont-Cenis-Bahn, Gotthardtunnel, Bundesrat, Gotthardbahnprojekt, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen AES B2607+
    6. an Robert Gerwig, 16. April 1872 Schlagwörter: Tunnelbau, Krankheiten, Eisenbahnen Verträge, Staatsverträge, Bundesrat, Eisenbahnen Bau und Technik, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB) AES B7239+
    7. an Robert Gerwig, 12. Juli 1872 Schlagwörter: Einladungsbriefe (diverse) AES B7245
    8. an Robert Gerwig, 9. Dezember 1872 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Eisenbahngesellschaften Offerten AES B7244
  • 1880
  • o. J.

AES B7358 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB02_003

Robert Gerwig an Alfred Escher, Karlsruhe, Samstag, 9. Januar 1864

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Mont-Cenis-Bahn, Reisen und Ausflüge, Vereinigte Schweizerbahnen (VSB)

Briefe

Hochverehrtester Herr Präsident!

Gestern kam ich von Stuttgart zurück, wo ich mit Herrn Beckh an dem Gotthardt-Gutachten arbeitete. Wir sind mit allem Wesentlichen nun mit einander im Reinen und werden wohl bald in der Lage seyn, unsere Vorlage machen zu können. Freilich werden wir dann die Mont Cenis Reise noch nicht gemacht haben, aber wir glauben, daß wir davon die Abstattung des Gutachtens nicht abhängig machen sollten. Wir sind nämlich der Meinung, daß zwar die Reise an den Mont Cenis allerdings gemacht werden sollte, halten jedoch die Jahreszeit nicht für geeignet, namentlich um mit aller Ruhe und Muße in die Details eingehen zu können, was das Nothwendigste ist. Allgemeines über die Sache kennt man ja genügend aus Druckschriften und mündlichen Mittheilungen. Wir sind ferner ziemlich überzeugt davon, daß wir schwerlich in Folge der näheren Studien am Mont Cenis eine Aenderung im Gutachten vorzunehmen haben werden und daß unter allen Umständen ein Nachtrag, etwa in Form eines Reiseberichtes | genügen dürfte.

Bei dieser Anwesenheit in Stuttgart theilte ich dann auch Herrn Beckh mit, daß ich von dem Verwaltungsrath der vereinigten Schweizerbahnen in Sct Gallen eingeladen worden sey, die Lukmanierpläne zu begutachten und daß ich mich dazu bereit erklärt habe. Ich muß es für einen Gewinn und der Entscheidung über die Alpenfrage einigermaßen förderlich halten, wenn ein ganz unpartheiischer Techniker in die beiden Projekte und Ueberschläge genauere Einsicht hat und damit dazu beitragen kann, daß der ohne Zweifel noch einmal auftauchende Kampf auf wahrer, gleichmäßiger Grundlage zu führen ist. Wenn wir nun Plan und Ueberschlag für eine Gotthardbahn vorgelegt haben werden und die Resultate in die Oeffentlichkeit gelangt sind, so wird offenbar das Bemühen der Vertheidiger des Lukmanier dahin gerichtet seyn müssen, durch einen recht niedern Ueberschlag dem Lukmanier, der wie es scheint sonst in der Schweiz aufgegeben ist, wieder aufzuhelfen. Ich werde mich nun beim Lukmanier zu keinen andern Grundsätzen bekennen, als ich für den Gotthardt gethan. Ich werde| ganz genau mit dem gleichen technischen Maß messend an den Lukmanier gehen, mit welchem ich am Gotthard gemessen. Ich werde also zur Klärung der Sache etwas beitragen können und vielleicht einem längern Hader über den Werth dieses oder jenes Planes oder Ueberschlages (wenn bei jedem Projekte andere Techniker mit andern Grundsätzen und Ueberschlagspreisen kommen) vorbauen helfen.

Nachdem nun Sie, verehrtester Herr Präsident, selbst gewünscht haben, daß wir von dem Lukmanier Kenntniß nehmen und ihn mit dem Gotthardt in Vergleich ziehen, so schien es mir ganz unverfänglich und sogar für die Sache nützlich, den Antrag, die Lukmanierpläne zu begutachten, anzunehmen. Ich mußte dieß umso mehr thun, als Herr von Riggenbach es gewünscht hatte.

Da nun anfänglich Herr Beckh einige Bedenklichkeiten äußerte, die er zwar allerdings auf meine Auseinandersetzungen wieder aufgab, so habe ich doch für das Beste| gehalten, Ihnen hochverehrtester Herr, einfach den Sachverhalt mitzutheilen und Sie zu bitten, mir gefälligst, aber wo möglich sehr bald, ganz unumwunden Ihre mir maßgebende Ansicht in der Sache ausdrücken zu wollen. Ich kann noch zurücktreten, da die Arbeit noch nicht begonnen hat und ich werde dieß ohne Weiteres thun, wenn ich sehe, daß Ihnen erwünscht ist, da ich den größten Werth darauf lege, Ihr gütiges Vertrauen und Wohlwollen mir ungeschmälert zu erhalten.

Ich erlaube mir aber nochmals darauf hinzudeuten, daß bei den technischen Gutachten, welche ohne Zweifel einander gegenüber gestellt werden, die Anwendung gleicher Grundsätze und Preise vom höchsten Werth seyn muß.

Mit der nochmaligen Bitte, mir gefälligst Ihre Ansicht mittheilen zu wollen, verbleibe ich Hochverehrtester Herr Präsident

in ausgezeichneter Hochachtung
Ihr
ergebenster

R Gerwig
Oberbaurath

Karlsruhe den 9t Januar 1864.

Kontexte