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Korrespondenz: Alfred Escher – August von Beckh

AES B7349 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB02_003

August von Beckh an Alfred Escher, Stuttgart, Freitag, 30. Juni 1865

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt, Grimselbahnprojekt, Krankheiten

Briefe

Stuttgart 30. Juni 1865

Hochgeachteter Herr Präsident!

Ich bitte Sie, mich gütigst entschuldigen zu wollen, daß ich Ihre beiden letzten verehrlichen Schreiben erst heute beantworte. Ich werde sie mir zur genauen Richtschnur nehmen. Mein Telegramm werden Sie inzwischen erhalten haben.

Kaum waren die Sendungen des Herrn v. Graffenried mir zugekommen, als ich meiner Augen wegen acht Tage lang das Bett hüten mußte. Mit der äußersten Anstrengung machte ich mich dann aber bald an das Gutachten.

Am 25ten d. M. erhielt ich ein Schreiben des Herrn Gerwig, worin er mir von dem Schreiben des H: Zingg wegen des Grimselgutachtens Mittheilung macht. Ich lud ihn sofort ein, hieher zu kommen, da eine Verständigung zwischen uns über die Behandlung der Sache allem weiteren vorangehen müße, ich selbst aber derzeit nicht reisefähig sei.

Darauf erwiederte mir H: Gerwig am 27t daß bei ihm schon alles zu einer Reise von 14 Tagen nach Triberg vorbereitet sei, daß er mich aber villeicht nach seiner Rückkehr besuchen wolle.

Das Gutachten hatte ich schon am 25t fertig, und bedaure daher um so mehr die eintretende Verzögerung. |

Beim Öffnen eines der Pakete des Herrn v. Graffenried fand ich, daß das neue Schmid'sche (obere) Grimsel-Profil, No 1. bezeichnet, herausgenommen worden ist. Da also daßelbe fehlt, 1 so sah ich mich genöthigt, den Paßus betreffend die Beschreibung des obern Projektes in dem Gutachten zu streichen. Von großem Intereße ist derselbe nicht; nur die Vollständigkeit hätte erfordert, daß darüber ein paar Worte gesagt worden wären.

Herr Gerwig schreibt mir wiederholt die Ansicht, daß wir die Grimsel, schon Anstands halber, bereisen sollten, und will daß ich dabei sei. 2 Villeicht gelingt es mir jedoch ihn davon abzubringen, um so mehr, da er Plane und Profile dabei haben will, was nicht wohl angehen wird. Ich werde darauf bedacht sein, dieselben so bald als möglich wieder an Herrn v. Graffenried zurück zu senden. In diesem Sinne werde ich Herrn Gerwig heute noch nach Triberg schreiben und ihn ersuchen, seinen Aufenthalt daselbst abzukürzen und seinen Besuch hier so viel als thunlich zu beschleunigen.

Genehmigen Sie die Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von Ihrem

ergebensten

A. Beckh

Kommentareinträge

1Zeilen nachträglich von Eschers Hand mit Bleistift markiert mit Notiz: «G» .

2Zeilen nachträglich von Eschers Hand mit Bleistift markiert.

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