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Korrespondenz: Alfred Escher – August von Beckh

AES B7335 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB02_003

August von Beckh an Alfred Escher, Stuttgart, Samstag, 13. August 1864

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Stuttgart 13 August 1864.

Hochgeachteter Herr Präsident!

Ihr geschätztes Telegramm vom 10. d. M. habe ich erhalten, und werde es nach besten Kräften befolgen.

Von Herrn Oberbaurath v. Gerwig habe ich erst diesen Augenblick ein Schreiben auf meine Anfrage erhalten, worin er sagt, daß er die Berge von Planen und Akten, die er nach seiner Zurückkunft angetroffen, nun glücklich durchbohrt habe und jetzt zu meiner Verfügung stehe. Gerne würde ich die Antwort Pressels auf mein Schreiben noch abgewartet haben, bevor ich mit Gerwig conferire, da wir jedoch voraussichtlich noch einige Fragen an Herrn Someiller in Turin zu richten haben mit deren Beantwortung Zeit hingehen wird, so werde ich näch sten Montag nach Carlsruhe abgehen, um mich mit Herrn Gerwig wenigstens darüber einmal zu ver ständigen. Ich werde ihm jedoch auch das angefangene Concept unseres neuen Gutachtens überbringen, deßen Eingang ein, von unserem ersten Gutachten gänzlich verschiedener sein wird, da ich gerne den Nerv der Sache, den Gotthard-Übergang, mehr voranstellen möchte. Ich habe das erstemal Herrn Gerwig nachgegeben, villeicht giebt er dießmal mir nach. Fürchten| Sie übrigens darum keine Verzögerung der Sache. Ich habe in Ihrer ausgezeichneten Schule genügend ge lernt meine persönliche Eitelkeit zu überwinden, ohne jemals ganz den Muth zu verlieren. Und wenn es einmal noch mit diesem Gutachten mir gelingt, Ihre Wünsche zu befriedigen, so wird dieß meine schönste Genugthuung sein.

Mit der erneuerten Versicherung meiner aus gezeichneten Hochachtung verharre ich, hochgeachteter Herr Präsident, Ihr ergebenster

A. Beckh.

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