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Korrespondenz: Alfred Escher – Adolph von Hansemann

AES B6772 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_014

Adolph von Hansemann an Alfred Escher, Berlin, Montag, 23. Oktober 1871

Schlagwörter: Deutscher Reichstag, Eisenbahnen Finanzierung, Gotthardbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Kreditanstalt (SKA), Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

Berlin, den 23ten October 1871

Hochgeehrter Herr Praesident

Mit dem Empfange Ihrer freundlichen Zeilen vom 20ten dss. bestätige ich zugleich in der Anlage unsere in den letzten Tagen gewechselte telegraphische Correspondenz.

Es ist in der That sehr erfreulich, daß die schweizerischen Ratificationsbeschlüsse einstimmig gefaßt worden sind. Hoffentlich wird nun auch bald der noch ausstehende Beschluß unseres Reichstages bezüglich der Gotthard-Frage erfolgen, so daß die Gesellschaft ins Leben treten kann.

Ich werde unverzüglich das Erforderliche wegen der vertragsmäßigen Cautionsbestellung anordnen und alsdann zugleich aufgeben, wie sich die Antheile der deutschen Gruppe gestaltet haben.

Ihre Dispositionen hinsichtlich der Bildung | der italienischen Gruppe erheischen meinen besten Dank,- und ebenso bin ich Ihnen für die Überlassung einer Betheiligung von Francs 5,000,000 unter schweizerischer Flagge verbunden, welche mit 2 Millionen von der Schweiz. Nordostbahngesellschaft in Zürich, mit 2 Millionen von der Schweiz. Centralbahngesellschaft in Basel und mit 1 Million von der Schweiz. Creditanstalt in Zürich vermittelt wird. Diese Betheiligung wird zum Theil auf die Bank für Handel & Industrie zum anderen Theil auf die Discontogesellschaft übergehen. – Ich zweifele nicht daran, daß Sie mit meinem Provisionsvorschlag einverstanden sind, da denjenigen welchen diese Mehrbetheiligung übertragen wird, z. B. der Oesterreichischen Credit-Anstalt in Wien, oder der Königlichen Bank in Nürnberg füglich nicht mehr als ¼% Provision im Ganzen berechnet werden kann. In der Abwickelung kann auch Alles so eingerichtet werden, | daß die vermittelnde schweizerische Firma so wenig wie möglich Mühewaltung dabei hat.

Mit freundschaftlichem Gruße der Ihrige

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A Hansemann

Kommentareinträge

Nachträgliche Notiz oben in der Mitte auf Seite 1 von Eschers Hand mit roter Farbe: «1183 (sammt Beil.)» .