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Korrespondenz: Alfred Escher – Adolph von Hansemann

AES B6765 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_014

Adolph von Hansemann an Alfred Escher, Berlin, Dienstag, 17. Oktober 1871

Schlagwörter: Deutscher Bundesrat, Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Verträge, Rothschild (Bankhaus)

Briefe

Berlin, den 17ten October 1871.

Hochgeehrter Herr Präsident!

Ich besitze Ihre freundlichen Mit-theilungen vom 14ten dss. und kann es in Anbetracht der schweizerischen Verhältnisse nur billigen, daß Sie hinsichtlich der Veröffentlichung der wesentlichen Bestimmungen des Vertrages das Praevenire gespielt haben.

Der Präsident des Reichskanzleramts Herr Delbrück erklärte sich sehr befriedigt über den in Bern erfolgten Abschluß der Verträge. Wie Sie aus den Zeitungen entnommen haben werden, liegt die Creditforderung wegen der Gotthard-Subvention bereits dem Bundesrathe vor und dürfte diese Angelegenheit hier binnen kurzer Frist erledigt werden.

Die Erklärung der Seehandlung verzögerte sich dadurch, daß der Präsident Günther | in den letzten Tagen beständig durch die Verhandlungen des Bundesrathes in Anspruch genommen war. Endlich war ich heute in der Lage Ihnen zu telegra-phiren: «Königliche Seehandlung hat ihren Eintritt in Vertrag erklärt. Landau, mit Bezugnahme auf italienischen Finanzminister, möchte gern an italienischer Gruppe Theil nehmen. Stelle ein Reservat in dieser Be-ziehung anheim.»

Herr Landau bittet dringend, daß er bei Bildung der italienischen Gruppe nicht um-gangen werde und bezieht sich hierbei auf den italienischen Finanzminister, welcher nach seiner Mittheilung ein beson-deres Gewicht darauf legt, daß er sich bei der Sache betheilige. Herr L. wird als ein reuiger Sünder zu betrachten sein, und rathe ich aus Rücksicht für die Häu- | ser Rothschild dringend dazu densel-ben in die italienische Gruppe aufzu-nehmen.

Ich erwarte mit Sehnsucht die avisir-ten Drucksachen.

Mit freundschaftlicher Hochachtung

A Hansemann