Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Friedrich Peyer im Hof

AES B6423 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_010

Johann Friedrich Peyer im Hof an Alfred Escher, s.l., Samstag, 31. März 1866

Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Mein lieber Freund!

Deine gestrige Depesche habe ich erhalten, dagegen wirst Du meine Zusendung von vorgestern Nachmittag erhalten haben. Je mehr ich darüber nachdenke, je beßer leuchtet mir die Bildung der tessinischen Eisenbahn-Association und zwar gerade in der von der Municipalität von Lugano gewählten Form ein.

Die Vertretung dieser Association in der Gotthardt-Konferenz scheint mir keinen Anstand abgeben zu | können, sie erscheint mir im Gegentheil um so nothwendiger, um dem dummen Geschwätz, man wolle sich den Kanton Tessin willenlos unterworfen, durch eine schlagende Thatsache entgegenzu treten. Namentlich im Hinblick hierauf rechtfertigt sich auch die von Battaglini zu bestimmt gestellte Forderung.

Von dieser Association, die B. als eine Gründungs-Gesellschaft bezeichnet, könnte im Falle des Gelingens oder besser gesagt des Zustandekommens vielleicht auch die Tessiner-Konzession zu Handen des Gotthardt-Komites | verlangt werden.

Von Hudson habe ich gestern einen Brief erhalten, deßen wesentlicher Inhalt dahin geht, solange seine Beziehungen zu Genazzini und Frankish nicht vollständig erledigt seien, könne er in nichts Anderes eintreten. Ich trachte den Brief heute oder morgen zu beantworten und sende Dir sodann den Brief mit meiner Antwort. Ebenso einen solchen von Corsi, der mir im Auftrag von Hudson in Betreff der Behauptungen von Lurati geschrieben hat.

Von meinem Mailänder | Freunde erhalte ich die Mittheilung daß er Herrn Koller mit einem Vertreter der Ingenieur Compagnie in London in Verbindung gesetzt habe, hat Dir Herr Koller hierüber etwas Näheres berichtet?

Vielleicht könnte man, wenn etwas an der Sache ist, Trümpler damit in Verbindung bringen. An diesen habe ich neuerdings geschrieben.

Der verwünschte Kriegslärm kömmt uns in die Quere. –

Am Mittwoch muß ich in Folge eines bereits eingegangenen geschäftlichen Engagements in Winterthur sein.

Ohne Mehreres wie immer Dein

Peyer im Hof

Friedau, 31 März 1866.