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Korrespondenz: Alfred Escher – Ludwig Gottfried Muralt

AES B6346 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_014 (Abzug)

Alfred Escher an Ludwig Gottfried Muralt, Zürich, Mittwoch, 5. Mai 1869

Schlagwörter: Bankinstitute, Eisenbahnen Finanzierung, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeehrter Herr!

In Erwiederung Ihrer geschätzten Zuschrift vom 3 dss. Mon. beehre ich mich, Ihnen die mir gef. mitgetheilte Antwort von Pury & Cie betreffend Beitritt zu dem Consortium für die Ausführung der Gotthardbahn in Beilage zurückzubegleiten. Ich enthalte mich jeder Bemerkung über den Inhalt dieser Antwort.

Den Entwurf des Reglementes für das Consortium werde ich, sobald mir etwelche Muße zu Gebote steht, durchgehen. Es ist wohl am einfachsten, wenn ich allfällige Bemerkungen, die ich über denselben zu machen hätte, Herrn Director Stoll, der ebenfalls Mitglied der betreffenden Commission ist, mündlich mittheile. Sollte übrigens Herr von Gonzenbach wünschen, daß ich in Sachen direct an ihn schreibe, so stehe ich zu Diensten.

Die östliche Schweiz betheiligt sich in erfreulicher Weise am Consortium. Der Handelsstand von Zürich tritt mit etwa 2 Millionen, derjenige von Winterthur mit Fr. 1,400,000 bis Fr. 1,500,000, die Bank in Schaffhausen (in Verbindung mit Privaten) mit ¾ Millionen & die Hypothekarbank von Thurgau (in Verbindung mit Privaten) mit wenigstens ¼ Million Franken bei. In Luzern wird zu der von der Generalversammlung votirten halber Million noch eine weitere halbe Million von Seiten der | Dampfschiffgesellschaften & Privaten hinzukommen.

Wenn Sie oder Herr von Gonzenbach im Hinblicke auf Ihre Generalversammlung vom künftigen Samstag weitere Mittheilungen irgend welcher Art von mir zu erhalten wünschen, so stelle ich mich Morgen Donnerstag Mittags zwischen 12 & 1 Uhr im Bernerhofe zu Ihrer Verfügung.

Hochschätzungsvoll

Dr A Escher

Zürich
5 Mai 1869.

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