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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B6175 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_014 (Abzug)

Alfred Escher an Emil Welti, Zürich, Donnerstag, 8. April 1869

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Bundespräsident.

Gestern Abend spät bei meiner Rückkehr von Luzern, wo ich einen für die Gotthardunternehmung annehmbaren Conzessionsentwurf mit der Regierung von Uri vereinbart habe, fand ich Ihre gef. Mittheilungen, für die ich Ihnen meinen besten Dank sage.

In Beilage beehre ich mich Ihnen die gewünschten Actenstücke zu übermitteln.

Was das Consortium anlangt, so habe ich fortwährend mit der Bildung desselben meine liebe Noth. Die Baslerfinanz [con... wieder?] | durch eine lederne Langsamkeit. Mit der größten Mühe habe ich auf heute Mittag 12 Uhr eine Besprechung mit den Baslerbanquiers in Olten erzwingen können. In ein Paar Minuten muß ich zu derselben abgehen. Ich will nun sehen, wie weit ich es mit den Herren bringe! Diesen Abend spät gehe ich nach Winterthur, um mit dem gut disponirten dortigen Handelsstande zu verhandeln. Seit unserer letzten Unterredung hat die Berner Handelsbank in runder & ehrenhafter Weise den Beitritt zu dem Consortium mit 1 Million Franken beschlossen.

Ich will gerne sehen, wie weit Hr. v. Ow es mit der Württemberg'schen | Subvention bringt. Auf zwei verschiedenen Wegen habe ich vernommen, daß Hr. v. Varnbüler zwar für die Gotthardbahn sehr günstig gestimmt sei, sich aber außer Stand erkläre, die Kammern eine Subvention votiren zu lassen.

Wenn meine heutigen Conferenzen von Erfolg sind, so werde ich Ihnen morgen weitere Mittheilungen machen.

Beiliegenden Brief von Hrn. Feer-Herzog glaube ich Ihnen zur Kenntniß bringen zu sollen, mit der Bitte um gef. Rücksendung nach gemachtem Gebrauche.

Hochachtungsvoll Ihr

Dr A Escher

Z. 8/4/69.

Kommentareinträge

Nachträgliche Notiz oben rechts auf Seite 1 von dritter Hand mit Bleistift: «betr. Finanz-Consort. »