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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B6069 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_007

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Donnerstag, 14. Februar 1867

Schlagwörter: Bankwesen (allgemein), Eisenbahnen Finanzierung, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Unsere Delegation nach Carlsruhe ist zurückgekehrt. Sie ist von den HH. Mathy & v. Freydorf auf das beste empfangen worden & hat die Versicherung erhalten, daß Baden fortwährend das gleiche Interesse für das Gotthardproject empfinde. Dagegen wollten die Herren nicht dazu Hand bieten, daß Baden neuerdings die Sache bei Preußen in Anregung bringe. Es wurde auf politische Gründe, sowie darauf abgestellt, daß Preußen gegenwär| tig durch die Organisation des Norddeutschen Bundes & damit zusammenhängende Dinge recht eigentlich absorbirt sei. Hr. Dir. Stoll glaubt, der wahre Grund sei der, daß Mathy befürchte, Baden dürfte, wenn es immer dränge, in Folge dessen um soviel mehr an die Subventionssumme Deutschlands bezalen müssen. Dagegen hat sich Hr. v. Freydorf ganz bereit erklärt, durch die Badischen Gesandten in Berlin anfragen zu lassen, ob eine Abordnung des Gotthard (Pass)ausschusses, welche die Wiederaufnahme des Gotthardprojectes zur Sprache zu bringen bestimmt wäre, sich| einer günstigen Aufnahme zu ererfreuen hätten. Die Antwort dürfte in etwa 8 Tagen zu gewärtigen sein. Indessen ist dieß nicht sicher. Vielleicht ist es angezeigt, daß Hr Koller in Florenz bleibt, bis die Erwiederung von Berlin eingetroffen ist.

Besten Dank für die Mittheilung der Koller`schen Depeschen. Devincenzi ist, wie Sie wissen, ganz entschiedener St. Gotthardmann.

In Beilage beehre ich mich, Ihnen die noch in meinen Händen befindlichen Koller`schen Briefe & Communicate zurückzustellen.

Im Tessin scheinen die Wahlen einen unerfreulichen Ausgang| genommen zu haben.

In ausgezeichneter Hochachtung

Ihr freundschaftlich ergebene

Dr A Escher

Z. 14 Febrr 67