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Korrespondenz: Alfred Escher – Maximilian Heinrich von Roeder

AES B6036 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_007

Maximilian Heinrich von Roeder an Alfred Escher, Bern, Dienstag, 15. März 1870

Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Gotthardbahnprojekt, Schweizerische Kreditanstalt (SKA)

Bern den 15ten März 1870.

Zunächst verehrter Herr und Freund nochmals herzlichen Dank für die gütige Anempfehlung meines Sohnes an diesen wahrhaft sympatischen Director Weiss. – Der erstere war ungemein erfreut über die Aussicht unter diesem Herrn arbeiten zu dürfen. Unmittelbar nach Ihrem interessanten Bericht über Berlin habe ich die Stahlfeder zur Hand genommen und so gewichtige Streiche geführt, dasz Freund W. behauptete die müszten durchschlagen – Gleichzeitig habe ich in einem Privatbrief B. auf diesen Bericht aufmerksam gemacht u ihm privatim manches | Angenehme und Ihren Aeuszerungen mittheilen können. – Gott gebe nun das Beste.

Die Nachricht aus Baden stand zu erwarten – Milano durfte in tutto sein, und ich sehe Gonzenbach im Gefühl eines zweiten Barbarossa mit stolzem Schritt am dem vorübergehen.

Wie mir Herr Weiss sagt ist die CreditAnstalt in der Lage über NewOrléans nach Santa Fe in New Mexico Werthe zu befördern und werde ich mir erlaube Ende d. Mts diese Ge| fälligkeit für eine Kleinigkeit in Anspruch zu nehmen.

Nun zum Schlusz nur noch die Freundes Bitte, dasz Sie nicht auf Unkosten Ihrer Gesundheit arbeiten – Auch der Vater hat seine heilige Pflichten u dazu gehört die Selbsterhaltung, soviel an ihm ist! –

Grafenried war bei der Königin zum Thee, und da wird gegotthardet worden sein. Aber mit sympatischen Redensarten bohrt man keinen Alpentunnel.

Wenn nicht der Südwind un| sern jungen frischen Keime vertrocknet, so habe und behalte ich guten Muth.

In alter freundschaftlicher Verehrung

Ihr

treu ergebenster

von Roeder.