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Korrespondenz: Alfred Escher – Alexander von Sybel

AES B5847 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_007 (Entwurf)

Alfred Escher an Alexander von Sybel, Zürich, Samstag, 16. Oktober 1869

Schlagwörter: Bankinstitute, Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Verträge, Gotthardbahnkonferenzen, Gotthardbahnprojekt, Staatsverträge, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Herrn A. von Sybel
Mitglied des K. Preußischen Abgeordnetenhauses
[etc. ?] [etc. ?] &c.
Abgeordnetenhaus
Berlin1

Zürich 16 Octr 69.

Hochverehrter Herr!

Es dürfte Ihnen angenehm sein, baldmöglichst die offiziellen Actenstücke, welche aus d. internationalen Conferenz betr. d. Gotthardbahn hervorgegangen sind, zu besitzen. Ich mache mir daher e. Vergnügen daraus, Ihnen beiliegend

1.) d. Protocoll der sämmtlichen Conferenzen sammt allen Commissionalberichten

2.) d. Schlußprotocoll vom 13 Octr

3.) den Vertrag zwischen d. Schwz. & Italien v. 15 Oct.

zu übermitteln.

Falls es Ihnen angezeigt scheint, den Bankinstituten & Bkhäusern, welche Sie repräsentiren, v. e. Thle dsr Actenstücke oder auch von allen Mittheilg. zu machen, so habe ich keine Einwendung dagegen zu erheben.

Ich zweifle n. daran, daß das Ergebniß der internationalen Conferenz in den betheiligten Ländern einen guten Eindruck hervorrufen wird, & ich sehe mit Spannung den Nachrichten entgegen, welche Sie mir als wir uns in Bern trennten, aus Berlin zukommen lassen zu wollen versprochen haben.

Die Grundlagen für die Bildg. d. Gesellschft zur Ausführg. der Gotthardbahn sind nun durch d. Schlußprotokoll & den Vertrag zw. d. Schwz & Italien gewonnen & es ist somit d. Vorbedingg. erfüllt, an deren Verwirklichg. d. Finanzwelt ds Norddeutschen Bundes das Eintreten auf Unterhdlungen betr. Beschaffg. ds Gesellschaftscapitales geknüpft hat. Angesichts dieser Sachlage wird jetzt wohl all| seitig dazu Hand geboten werden, die Gründg. der Gesellschaft so weit vorzubereiten, daß, sobald Deutschland die von ihm im Betrage von 20 Millionen Frkn. beizubringenden Subventionen zugesichert haben wird & in Folge dessen der internationale Vertrag betr. d. Gotthardbahn in Wirksamkt tritt, die Gesellschft s. ohne Verzug constituiren & an die Erfüllung der ihr obliegenden großen Aufgabe schreiten kann. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß dse Anschauungsweise s. Ihrer Zustimmg. zu erfreuen haben werde.

Noch erübrigt mir, Ihnen zu sagen, wie werthvoll es für mich war, Gelegenht gefunden zu haben, Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen, & wie sehr ich wünsche, daß die angenehmen Beziehungen, welche s. zw. uns angeknüpft haben, s. immer freundlicher gestalten & stetsfort mehr befestigen mögen.

Genehmigen Sie, hochverehrter Herr! d. Vers. ausgez. Hocha. von

Ihrem ergebenen

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