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Korrespondenz: Alfred Escher – Gottlieb Koller

AES B5120 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Gottlieb Koller an Alfred Escher, Basel, Samstag, 3. April 1869

Schlagwörter: Bernische Staatsbahn (BSB), Bundesrat, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnrückkauf

Briefe

G. KOLLER-BURCKHARDT
JNGENIEUR

Basel den 3 April 1869.

Tit. HHerrn Präsident Dr Alfr. Escher, Bern

Hochgeachteter Herr,

Ihre gestrige Depesche höflichst erwiedernd beehre mich Ihnen zu melden, daß ich s. Z. alles die Linie LangnauLuzern beschlagende Material im Stehpulte von Herrn Kunz zurückgelassen habe. Bis zu jenem Zeitpunkte hatte erst die verschiedenen vergleichenden Längen aufgestellt u das Profil zu entwerfen angefangen, also eine eigene Berechnung noch nicht gemacht. – Ich glaube mich indessen zu erinnern, daß Hr Schaller zufolge der Ihnen von Herrn Zingg gelieferten Materialien u nach Rechnungen von Gränicher die Kosten für die ca 60 Kil. lange Linie LangnauLuzern (via Kriens) zu 15 Mill. oder der Kilometer zu f. 250,000 anschlägt. Auch in dem Rückkaufsprojekt von Herrn Stämpfli finde ich diese Summe von 15 Mill.

Die Linie LangnauGümlingen hat ihrerseits wie ich glaube f. 7,300,000 erfordert oder bei 28 Kil. Länge fr. Kil. f. 261,000 |

Wenn Sie mir durch Herrn Kunz die dort liegenden Materialien gefl. übermitteln lassen wollten, so könnte ich diese Arbeit hier besorgen, was mir deshalb lieb wäre, weil noch Allerlei im Hause zu ordnen ist, was meine Anwesenheit erheischt.

Herr Müller, Ingr bei Herrn Seitz, schreibt mir auf meine Anfrage, daß er das Profil bis auf die Strecke BellinzonaCugnasco, rechtes Tessinufer, für welche leider keine genügenden Aufnahmen vorhanden sind, vollendet habe. Ich denke Herrn Müller hieher kommen zu lassen, um mit ihm noch Alles etwa Fehlende festzustellen. Indem Sie damit einverstanden wären, so bitte Sie Hrn. Müller mit Plan u Profil hieher zu senden, etwa Montag oder Dienstag. Er kann am gleichen Tage wieder zurück.

Wie Sie sich denken können, habe heute mit großem Vergnügen die Erklärungen der Gesandten von Italien u Preussen an den Bundesrath gelesen.

Genehmigen Sie die Versicherung meiner vollkommensten Hochachtung u Ergebenheit

G. Koller