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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4752 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_002

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Dienstag, 23. November 1869

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Grosser Rat BE, Grosser Rat LU, Regierungsrat BE, Regierungsrat LU, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Auf Ihre geschätzten Mittheilungen vom 22. d. beehre ich mich Ihnen zu erwidern, daß ich mit dem Programme, welches Sie in der Unterredung mit Hrn. Regierungspräsidenten Weber in Bern hinsichtlich der Anhandnahme v. Verhandlungen zwischen Bern & Luzern betreffend eine Betheiligung an der EntlebuchEmmenthal –Bahn festgestellt haben, ganz einverstanden bin. Es war mir insbesonders erwünscht aus Ihrer Zuschrift zu entnehmen, daß Sie Hrn. Weber den Gedanken beigebracht haben, daß es an der Regierung von Bern sei, die bezüglichen Verhandlungen anzubahnen, und daß Sie von einer alsbaldigen Vorlage des Gegenstandes an den herwärtigen Großen Rath abgerathen haben. –

Sobald nun die Regierung v. Bern mit Bezugnahme | auf das auch in meinen Handen zu Begutachtung liegende Gesuch des Initiativkomite der EntlebucherEmmenthal bahn der hiesigen Regierung den Vorschlag zu einem gemeinschaftlichen Vorgehen & zu einer Verständigung hinsichtlich der finanziellen Betheiligung an dem Unternehmen macht, so werde ich beim Regierungsrathe die Annahme dieses Vorschlages beantragen. Nach einer vorläufigen Besprechung, welche ich vor meiner letzten ergebenen Zuschrift im Schooße des Regierungsrathes über den Gegenstand veranlaßt habe, zweifle ich auch nicht an der Zustimmung des Letztern. –

Ob wir bei den fraglichen Verhandlungen die Wünsche Bern's, beziehungsweise des Hrn. Stämpfli in allen Theilen erfüllen können, steht freilich dahin; Luzern wird wie ich denke soweit gehen, als es die finanziellen Verhältniße erlauben & beim Großen Rathe mit einiger Aussicht auf | Erfolg befürwortet werden kann. –

Im Intereße des Gotthardtbahnunternehmens, sowie der Entlebucherbahn, die ja jeder Luzerner wünschen muß, werde ich nicht unterlaßen, nach meiner bescheidenen Kraft zu einer Verständigung beizutragen. –

Mit den Standeshäuptern v. Obwalden habe ich nächsten Donnerstag eine Conferenz in Sarnen. –

Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung

v. Ihrem ergebenen

J. Zingg.

Luzern d. 23 Nov. 1869.