Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Karl Schenk

AES B4705 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_002

Karl Schenk an Alfred Escher, Bern, Donnerstag, 7. April 1864

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeehrter Herr,

Zurückgekehrt erfahre ich von Herrn Knüsel, daß er dem H. Präsidenten des Gotthard Comité bereits Mittheilung von den verschiedenen Anträgen, welche in der Alpenbahnfrage aufgetreten sind, gemacht hat und daß sich das Comite in den allernächsten Tagen versammeln wird. Ich darf also voraussetzen, daß Sie bereits im Besitz der fraglichen Anträge sich befinden u. daß die Ausfertigung weiterer Abschriften vorderhand nicht nöthig ist.

Ich habe heute H. Knüsel auch Kenntniß von einem Briefe des H. Sillar gegeben, welchen ich nach meiner Rückkehr vorfand. Er wird das Wesentliche davon H. RegR. Zingg mittheilen. – Wie es scheint, hat H. Zingg dem H. Knüsel den Wunsch geäußert, es möchte den Bericht des Departements veröffentlicht werden. Ich für mich hätte gar nichts dagegen, Jedermann Einsicht in | die Motive zu geben, welche mich zu meinem Antrag geführt haben. Doch glaubte ich zunächst den H. Bundespräsidenten anfragen zu sollen, ob er gegen die Veröffentlichung des Departementalberichtes etwas einzuwenden habe. Nachdem er erklärt, er sehe kein Hinderniß, habe ich den Bericht H. Knüsel übergeben, welcher den Druck besorgen lassen wird.

Sie werden, davon bin ich überzeugt, den Bericht, welcher nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt war, u. bei dessen Abfassung ich nur allzusehr die beiden längsterwarteten technischen u. commerciellen Berichte vermißte, nicht allzustreng beurtheilen. Es ist etwas stark, mit einer solchen Frage, für welche es anderer Kräfte bedürfte, als ich sie habe, debütiren zu müssen.

Mit ausgezeichneter Hochachtung u. freundl. Gruß.

Ihr Ergebener

Schenk

Bern, d. 7t April 1864.