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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Matthias Hungerbühler

AES B4678 | KBSG VNL 60 : A : 23

Alfred Escher an Johann Matthias Hungerbühler, Zürich, Samstag, 16. März 1850

Schlagwörter: Eisenbahngesetze, Kommissionen (eidgenössische), Nationalrat, Währungssystem

Briefe

Hochgeachteter Herr Landammann!

Sie werden nun den Haupttheil der Peyerschen Arbeit auf einmal erhalten haben, wie er auch mir in dieser Weise zugekommen ist. Nach der Verabredung hätte die Versendung je des bis zu Abgang der Post autographirten täglich geschehen sollen.

Ich hätte in Bern dafür gesorgt, daß mir Exemplare für die Herren Fischer & Pestalozzi nach Zürich zur Versendung von hier aus zugeschickt würden, wenn ich nicht angenommen hätte, Sie ziehen es vor, selbst die Exemplare an diese Herren zugleich mit allfälligen deshalb ihnen zu machenden Ansinnen gelangen zu lassen. Da ich aber aus Ihren verehrten Zeilen von gestern sehe, daß meine An| nahme nicht ganz gegründet war, so habe ich nun das mir zur Disposition stehende Exemplar Hrn. Pestalozzi übermacht.

Ich will nun also von Ihrer Seite die Bezeichnung des Tages, auf welchen ich die Conferenz nach Zürich einladen kann, gewärtigen. Der alleräußerste Termin scheint mir der Charfreitag zu sein. Später würde es sich zB. für Herrn Bavier nicht mehr der Mühe lohnen, nach Zürich & dann nach Chur zurück & dann auf den 4ten IV wieder nach Bern zu reisen. Wäre es Ihnen nicht möglich, bis zum Charfreitag die Arbeit zu vollenden, – dann, glaube ich, könnten wir füglich in Bern am 4ten April (Nachmittags) & am 5ten , wenn nöthig unsere Conferenz halten. Der Nationalrath müßte sich dann zuerst mit dem ganz vorbereiteten Entwurfe zu dem Expropriationsgesetze beschäftigen. Es scheint mir nämlich, man müsse besonders in so wichtigen Dingen den Berichterstattern | die nöthige Zeit lassen. Wurde Herr Peyer später fertig, als man es erwartet hatte, so werden Sie auch später fertig werden dürfen. Indessen wäre es natürlich immerhin erwünschter, wenn die Conferenz genügende Zeit vor dem Zusammentritte des Nationalrathes in Zürich abgehalten werden könnte.

Peyer hat vorgestern noch einige Aufschlüsse betreffend die Gesetzesredactionen von mir verlangt & mir bei diesem Anlaße gemeldet, er werde nun nur noch einen Tag auf seine Arbeit zu wenden haben.

Mit vollkommener Hochachtung & Ergebenheit

Dr A Escher

Zürich
16. III. 50.

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