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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Matthias Hungerbühler

AES B4674 | KBSG VNL 60 : A : 25

Alfred Escher an Johann Matthias Hungerbühler, Zürich, Mittwoch, 7. April 1852

Schlagwörter: Eidgenössische Universität (Projekt), Eisenbahngesetze, Kommissionen (eidgenössische)

Hochgeachteter Herr Landammann!

Von Ihrer veränderten Einberufung der nationalräthlichen Commission für die Eidg. Hochschule & polytechnische Schule auf den 18ten habe ich bestens Notiz genommen. Ich gedenke, am 12ten (Ostermontag) mit dem Tageilwagen von Zürich nach Bern zu fahren. Sollten Sie die gleiche Postgelegenheit benutzen wollen, so möchte ich Sie anfragen, ob wir nicht die beiden Coupéeckplätze nehmen wollen. In diesem Falle würde wohl der dritte Platz im Coupé nicht genommen & wir könnten dann, ungestört von Dritten, die mancherlei gerade auch auf die Eisenbahnangelegenheit bezüglichen Gegenstände | mit einander besprechen, mit denen wir uns in nächster Zeit zu beschäftigen haben werden. Darf ich Sie um gef. umgehende Erwiederung meiner Anfrage ersuchen. Benutzen Sie auch die Tagpost vom 12ten & sind Sie mit meinem Vorschlage einverstanden, so werde ich mir ein Vergnügen daraus machen, das Billet für Sie zu nehmen & ich werde es dann auf der Post niederlegen, wo Sie es, wenn Sie vielleicht erst am Montag früh in Zürich ankommen sollten, sogleich in Empfang nehmen können.

Beiliegend übermittle ich Ihnen

1. Notizen des Herrn Prof. Hildebrand (Material zur Wiederlegung des Peyer'schen Berichtes)

2. Notizen des H. Director Escher-Heß zu einem Beschlussesentwurfe auf Grundlage des Systemes des Privatbaues. (Mit sehr we| sentlichen Theilen dieser Notizen nicht einverstanden, habe ich heute Nachmittag noch einläßliche Rücksprache mit Herrn Director Escher genommen, über deren Ergebniß ich Ihnen dann mündlich referiren will.)

3. Eingabe des Ingenieurs der Nordbahngesellschaft an den Präsidenten der letztern betreffend ein spezielles polizeiliches Verhältniß.

4. Notizen betreffend den Zoll, den die Schweizer. Nordbahngesellschaft auf Grundlage des gegenwärtigen Eidg. Zolltarifs von den Eisenbahngegenständen, die sie importirt, zu bezalen gehabt hätte.

Alles übrige auf mündliche Besprechung verschiebend – ich schreibe in einer Sitzung des Regierungsrathes – bleibt mir nur noch übrig, Sie meiner vorzüglichen Hochachtung zu versichern.

Ihr ergebenster

Dr A Escher

Z. 7. April 1852.

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