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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4433 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Samstag, 21. Oktober 1871

Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnprojekt, Kommissionen (eidgenössische), Personelle Angelegenheiten

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Unsere Verhandlungen mit der Bundesräthlichen Gotthardtkommißion sind gestern Abendzum Abschluße gelangt. Nach einer Eröffnung des Hrn. Welti hat letztere den grundsätzlichen Bestimmungen, zu denen wir uns in einer mehrstündigen Verhandlung geeinigt hatten, einmüthig beigestimmt, mit der einzigen Ausnahme, daß ein Mitglied sich vorbehalten hat, noch eine etwas weiter gehende Inkompatibilität vorzuschlagen, d. i. es solle ein Mitglied der Gotthardtbahndirektion auch nicht dem Verwaltungsrathe einer andern Bahnunternehmung angehören können. –

Ich hoffe Ihnen im Verlaufe dieses Tages den Vorschlag der Commission noch übersenden zu können. Dieser Vorschlag enthält nur die grundsätzlichen Bestimmungen, nicht die definitive Redaktion für Inserirung in die Statuten. Hr. Schmidlin & ich wünschen, daß die| gleiche Hand, welche die Statuten entworfen hat, diese Bestimmungen im Falle ihrer Annahme den übrigen statutarischen Vorschriften anpaße. Es hat die Meinung, daß die aufgestellten Grundsätze sowohl für die Bauperiode als die Betriebsperiode gelten sollen. –

Die Commißion wünscht das Ergebniß ihrer Berathungen dem Gotthardtausschuße vorzulegen, diesem dann anheimstellend, ob er den Gegenstand noch der nächsten Ständigen Comm. vorlegen will oder nicht. Ich habe daher den Ausschuß auf Morgen (Sonntag) Nachmittag zu einer Sitzung eingeladen. Selbstverständlich wünsche ich vorher mit Ihnen noch in nähere Rüksprache zu treten & es wäre mir daher sehr lieb, wenn Sie Morgen Vormittags hieherkommen könnten. Auf spätestens 2 Uhr erwarte ich auch den Hrn. Schmidlin. –|

Daß der ganze Vorschlag von der Voraussetzung ausgeht, daß Sie, verehrtester Herr Präsident an die Spitze der Direktion treten, brauche ich Ihnen wohl kaum zu sagen.

Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung

v. Ihrem freundschaftlich ergebenen

J. Zingg.

Luzern d. 21 Octob 1871. 1

Kommentareinträge

1Nachträgliche Notiz von Eschers Hand: «empf. 22 "» .

Kontexte