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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4412 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Bern, Mittwoch, 15. November 1871

Schlagwörter: Bundesrat, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Presse (allgemein)

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

In Erwiederung der zwei verehrl. Zuschriften , welche Sie an mich zu richten so freundlich waren, erkläre ich mich vor allem mit dem Bedauern einverstanden, das Sie über die Polemik aussprachen, welche sich in einigen Zeitungsartikeln hinsichtlich der Bedingungen entsponnen hat, an die ich die Annnahme des Präsidium's der Direction der Gotthardbahn zu knüpfen genöthigt bin. Bei Ihren mir bekannten Gesinnungen glaube ich voraussetzen zu dürfen, daß Ihnen diese Polemik um so unerwünschter ist, weil sie durch einen aus Luzern dem «Bunde» eingesandten Artikel veranlaßt wurde.

Auf die in Ihrer gestrigenverehrl. Zuschrift enthaltene Anfrage betr. die Notification der Schweizerischer Seits getroffenen Wahlen in den Verwaltungsrath der Gotthardbahn an die HH. Hansemann & Servadio beeile ich mich, Ihnen zu erwiedern, daß ich diese Notification schon vorgestern vorgenommen habe.

Was die Einladung des Verwaltungsrathes zu seiner ersten constituirenden Sitzung betrifft, so kann dieselbe natürlich erst Statt finden, nachdem der Verwaltungsrath vollständig be| stellt sein wird. Dieß ist in diesem Augenblicke noch nicht der Fall, da die Italienische Gruppe des internationalen Consortiums die vierte Wahl noch nicht getroffen hat. Ich bin dießfalls in einer fortgesetzten, scabrosen telegraphischen Correspondenz mitServadio. – Hinsichtlich der Frage, wer den Verwaltungsrath zu seiner ersten Sitzung einzuberufen & wer diese Sitzung zu eröffnen habe, hege ich noch immer die gleichen Ansichten, die ich Ihnen letzthin mündlich entwickelt habe. Am angemessensten wäre es wohl im Hinblicke auf die Wahlart & die Zusammensetzung des Verwaltungsrathes, wenn der Bunddesrath die Einberufung bewerkstelligen & wenn er die erste Sitzung durch eines seiner Mitglieder eröffnen lassen würde.

In freundschaftlicher Hochachtung

ganz Ihr

Dr A Escher

Bern
15 Novbr 1871.

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Nachträgliche Notiz oben rechts auf Seite 1 von dritter Hand mit Bleistift: «15 Nov. 71. »