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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4310 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Samstag, 29. Oktober 1870

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Regierungsrat TI, Tunnelbau

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

In Erwiderung auf Ihre verehrliche Zuschrift vom 27 d. beehre ich mich Ihnen mitzutheilen, daß ich, mit dem Gesuche um Fristverlängerung bei den teß. Behörden ganz einverstanden die gefälligst übermittelten Schreiben an den Staatsrath v. Teßin habe abgehen laßen. Sie haben wohl die Güte, die Concepte der zwei Schreiben Hrn. Stokar behufs Notiznahme am Protokoll zugehen zu laßen. –

Mit Intereße habe ich von der| Correspondenz Kenntniß genommen, welche Sie in Betreff der Behandlung der Gotthardtkonvention in Italien jüngsthin wieder mit feinem Takt & – wie ich hoffe – auch mit Erfolg gepflogen haben. Daß Italien auch jetzt wieder v. Außen her zur Behandlung der Angelegenheit gestoßen werden muß, gehört zu dem Vielen Unglaublichen, da uns aus diesem Lande schon entgegengetreten ist. –

Hr. Profeßor Wolf in Zürich hat mir dieser Tage den Wunsch ausgedrückt, daß das Gotthardtkomite, nachdem es schon wiederholt von den Erhebungen der schweiz. geodätischen Commission Gebrauch| gemacht, die Arbeiten der Commission durch den Ankauf eines Exemplars der gedrukten Arbeiten derselben (à 20fs pr. Jahrgang) ein wenig unterstützen möchte. Wenn Sie mir nichts anderes melden, nehme ich an, daß Sie damit einverstanden sind, wenn ich dem Wunsche durch Bezahlung der bisher erschienenen, von Hrn. Koller zum Theil schon bezogenen Jahrgänge entspreche.

Die oberirdische Abstekung der Tunnelaxe ist, wie Sie aus der beifolgenden Schlußkorrespondenz ersehen wollen, bis an eine auf das nächste Jahr verschobene Vervollständigung erledigt.

Indem ich Ihnen die gef. mitgehtheilten Akten unter bester Verdankung| wieder zugehen laße, benütze ich diesen Anlaß, Sie neuerdings meiner vorzüglichen Hochachtung zu versichern.

Ihr freundschaftlich ergebener

J. Zingg.

Luzern d. 29 8br 1870.