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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4239 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Dienstag, 3. Mai 1870

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Landsgemeinde UR, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

In Beantwortung des Briefes von Hrn. Gonzenbach, den ich jüngsthin Ihnen mitzutheilen die Ehre hatte, habe ich Hrn. Gonzenbach auch direkt von dem dermaligen Stande der schweiz. Subventionen Kenntniß gegeben & ihm bei diesem Anlaße beiläufig bemerkt: ich befreue mich aus seiner Zuschrift zu entnehmen, daß die Gotthardt-Subventionsfrage in Mailand günstiger stehe, als die herwärtigen Berichte annehmen laßen; noch in den letzten Tagen sei eine| Depesche des Syndiks v. Genua anhergelangt, daß es nunmehr nöthig sei, die Position der Gotthardt freunde zu verstärken; im Zusammenhange damit dürfte die Reise des Hrn. Stamm sein, der sich augenblicklich in Zürich befinde. –

Ich schrieb diese Zeilen unmittelbar nach meiner Rükkunft v. Bern. In Antwort darauf erhalte ich nun soeben beifolgendes Schreiben, das ich Ihnen mitzutheilen nicht ermangeln will. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung wird indeßen der Inhalt dieses Schreibens die Entschließung des Ausschußes| kaum ändern, wenngleich es möglich ist, daß Stamm & Cie die Situation in ihrem Intereße etwas bedenklicher geschildert haben, als sie wirklich ist. Wollen Sie mir gef. mittheilen, ob Sie Hrn v. Gonzenbach in der Ihnen geeignet scheinenden Weise unterrichten werden, oder ob ich ihm Einiges schreiben soll. –

Den Beschluß der Urner Landsgemeinde werden Sie kennen. Nach einer Depesche des Hrn. Arnold wurde die Million definitiv beschloßen, unter der Voraussetzung, daß die Bahnlinie AmstegFlüelen auf dem rechten Reußufer bleibe. –|

Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung

v. Ihrem stets ergebenen

J. Zingg.

Luzern d. 3 Mai 1870.