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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4224 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Donnerstag, 24. März 1870

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Es ist Ihnen wahrscheinlich willkommen aus der Beilage zu entnehmen, daß die Subventionsangelegenheit nun auch in Schwyz zum Abschluße gelangt & der Verpflichtungsschein für eine Million frs. nach Bern abgegangen ist. –

Aus Nidwalden schreibt mir Hr. Landammann Wyrsch, daß der engere Ausschuß, welcher von der mit Be gutachtung der Subventionsfrage | betrauten größern Commission niedergesetzt worden ist, für eine Subvention günstig gestimmt sei & ihre Vorarbeiten & Begutachtung nur in diesem Sinne stellen werde. Aus Obwalden habe ich seit vierzehn Tagen keine Mittheilung mehr er halten. Nach frühern Nachrichten v. Hrn. Dr. Etlin wird namentlich in Kern's von den maßgebenden Persönlichkeiten der Subvention entgegengewirkt. –

Bei diesem Anlaße erlaube ich mir Sie anzufragen, ob Hr. Ingenieur Koller die nächste | oder die folgende Woche sich für einige Tage v. Zürich entfernen könnte. Wie Sie wißen, haben wir uns in dem Vertragsentwurfe mit Bern betreffend die Bern–Luzern–Bahn eine Verifikation oder Schatzung der Kosten für die Bahnstreke Gümligen Langnau vor behalten & hat die hiesige Regierung diese Arbeit dem Hrn. Koller über tragen. Es wäre mir nun erwünscht, wenn er die Arbeit in den nächsten 2 oder 3 Wochen vornehmen könnte. Indeßen soll damit dringendern & wichtigern Arbeiten für das Hauptunternehmen kein Eintrag geschehen. – |

Genehmigen Sie inzwischen die erneute Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung

v. Ihrem stetsergebenen

J. Zingg.

Luzern d. 24. März 70.