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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4204 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054 (Abschrift)

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Montag, 15. November 1869

Schlagwörter: Bundesrat, Eisenbahnen Finanzierung, Gotthardbahnprojekt, Grosser Rat LU, Regierungsrat BE, Regierungsrat LU, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Luzern den 15 Nov. 1869.

Inhalt eines Schreibens an Hrn. Präs. Dr. A. Escher Zürich.

Tito

Ich gebe mir die Ehre, Ihnen im Anschluße zu über mitteln:

1. Eine berichtigte Zuschrift an die Tito Direktion der schweiz. Nordostbahn. In dem für das fließende Jahr noch in Aussicht genommenen Bedarf v. 36,000 ist der auf den 30 7ber sich herausstellende Passivsaldo v. 3181.87 ct inbegriffen, was in dem frühern Schreiben nicht klar herausgehoben war. Um die wirkliche Gesammtausgabe zu brechnen, ist dieser Paßivsaldo entweder v. dem Betrage der Ausgaben pr 30 7b 69 oder dem noch verlangten Bedarf v. 40,000 fs. in Abzug zu brigen. Der Dir der C.B. habe ich ebenfalls ein rektificirtes Schreiben zugestellt. –

2. Den gef. mitgetheilten Brief des Hrn Vigier . Was die Stellung Luzern's zur Entlebucherbahn anbetrifft, so ist dieselbe durch den vom herwärtigen Gr. Rathe anläßlich der Gotthardtbahnsubvention gefaßten Beschluß normirt. Derselbe lautet (Beirükung). /. –|

Es will mir scheinen, daß dieser Beschluß in Verbindung mit der in jüngster Zeit ab Seite Luzern's erfolgten An theilnahme an dem Initiativkomite für Erstellung der Entlebucherbahn & den votirten Gemeindsbetheiligungen v 300.000 fs. der Regierung v. Bern doch wohl einige Sicherheit gewähren dürfte, daß man in Luzern geneigt ist, die Entlebucherbahn zu unterstützen. Die Regierung v. Luzern wird indeßen, um was an ihr liegt die einer bernischen Subventionirung der G.B. entgegenstehenden Schwierigkeiten ebnen zu helfen, es nöthigenfalls nicht ablehnen, schon dermalen zu einer Unterhandlung Hand zu bieten, welche eine Verständigung über das Maß & die Form einer Betheiligung an dem fragl. Bahnunternehmen zum Gegenstande haben würde. –

3. Gestern & vorgestern habe ich in Stans & Beggenried vorläufig mit den Hrn. v. Nidwalden die Frage der Subventionirung der Gotthardtbahn besprochen. Hrn. Landammann Wyrsch hat erklärt, daß er für eine| Subvention sei & dieselbe befürworten wolle; dagegen äußerte sich Hr. Ständerath Kaiser ziemlich zürükhaltend, hat indeßen eine nochmalige Erwägung zugesagt. Hr. Statthalter Zelger hat die Schwierigkeiten einer Subvention v. Nidwalden, namentlich unter Hinweisung auf die schon starke Landessteuer, auch stark betont, anerkannte jedoch das bedeutende Intereße, das Nidwalden an einer Gotthardtbahn hat & schien mir einer mäßigen Betheiligung nicht ganz abgeneigt. Von Bedeutung ist in Nidwalden die formelle Frage, ob zur Behandlung der Subvention die ordentliche Landsgemeinde im April abgewartet werden könne, oder eine außerordentliche Landsgemeinde einberufen werden müße, was ich mit Beziehung auf die Verhandlungen mit dem B.Rathe vorderhand noch als eine offene Frage behandelt habe.

Den Hrn. v. Obwalden habe ich ebenfalls eine Conferenz proponirt, die wohl im Laufe dieser Woche stattfinden wird. –

Mit diesen Mittheilungen verbinde die erneute Versicherung etc.

Sig. Zingg.