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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4203 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Samstag, 13. November 1869

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Vereinigte Bundesversammlung, Zürich-Zug-Luzern-Bahn (ZZL), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

In Beilage meine acquittirte Baarauslagenrechnung.

Die Gewährung der Hälfte des von dem Gotthardausschusse nachgesuchten Vorschusses durch die Nordostbahngesellschaft wird bereitwillig zugesagt werden. Bevor ich die Angelegenheit der Direction vorlege, erlaube ich mir jedoch darauf aufmerksam zu machen, daß in der sachbezüglichen Zuschrift des Gotthardausschusses eine nicht ganz quadrirende Rechnungsaufstellung enthalten ist. Nach derselben würden nämlich mit dem nachgesuchten Vorschusse die Einnahmen bloß fr. 350,708, die Ausgaben| dagegen fr. 353,890.81 betragen. Diese Incongruenz würde vielleicht bei dem Verwaltungsrathe der Centralbahn noch mehr als bei unserer Direction Veranlassung zu Ausstellungen geben. Ich schließe das betreffende Schreiben bei, annehmend, daß Sie es vielleicht bei der Centralbahn& bei uns gegen ein rectifizirtes austauschen werden.

Mit den Regierungspräsidenten von Thurgau & Schaffhausen habe ich auftragsgemäß bereits Rüksprache genommen. Von Thurgau hoffe ich das Beste. In Schaffhausen bestehte der einzige practische Standpunct, den man bei der dort obwaltenden Situation einnehmen kann, darin, daß man die Bedingung zu verwirklichen sucht, an welche der Canton Schaffhausen seine Subvention geknüpft hat, die Bedingung nämlich, daß| die Stadt Schaffhausen sich mit – fr. 30,000 daran betheilige. Da diese großartige Leistung auch zur Zeit noch auf Schwierigkeiten stoßen zu sollen scheint, so habe ich mit Hrn. Regierungspräsident Hallauer Mittel & Wege besprochen, wie denselben zu begegnen sein dürfte. die HH. Stehlin & Schmiedlin werden, wie Sie mir berichten, künftigen Dienstag Nachmittag mit der Regierung von Baselland conferiren. Wie es in Bern aussieht, mögen Sie aus dem beiliegenden Briefe Vigier's entnehmen! Am Schlusse der Bundesversammlung habe ich mit Hrn. Reg.präsident Weber eine 2 stündige Unterredung gehalten & ihm unter anderm auch die entscheidenden Gründe angeführt, welche es der Nordostbahngesellschaft ummöglich machen, zur Zeit die Zürich–Zug–Luzerner Bahn zu übernehmne. Jetzt ist es wieder,| wie wenn kein Wort hierüber zwischen Hrn. Weber & mir gesprochen worden wäre! Ich habe sodann geglaubt, daß man in Luzern geneigt sei, eine Subvention für die Entlebucher Bahn zu votiren.

Indem ich Sie um gef. Rücksendung des Briefes von Vigier bitte, verbleibe ich in freundschaftlicher Hochachtung

Ihr ergebene

Dr A Escher

Zürich 13 Novr 69.

Kommentareinträge

Nachträgliche Notiz oben links auf Seite 1 von dritter Hand: «Schweiz. Subventionen.» – Nachträgliche Notiz oben rechts auf Seite 1 von dritter Hand: «13. Nov. 69. »