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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4191 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Montag, 22. März 1869

Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Gotthardbahnprojekt, Personelle Angelegenheiten, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Ich beehre mich Ihnen mitzutheilen, daß laut soeben eingegangener Zuschrift der Regierung von Uri dortseits wieder die frühern Abgeordneten, nämlich die HHrn. Altlandammann Ing. Müller & RRth Franz X. Z'graggen, mit den neuerlichen Conceßionsverhandlungen für die Gotthardtbahn betraut worden sind. –

Mit Vergnügen habe ich die Mittheilung erhalten, daß Sie als Mitglied der Delegation des Gott hardtausschußes für die Teßinerbahnen bezeichnet worden sind. Wie man der Tito Direktion der Nordostbahn ist auch vom Direktorium der Centralbahn die Anzeige von der Ernennung eines Mitgliedes in die fragliche Delegation eingetroffen.|

Als Mitglied ist Hr. Direktor Schmidlin gewählt, welcher bei Verhinderungsfällen durch Hrn. Präsident Sulger vertreten sein wird. Da nun mehr die Delegation bestellt ist, so wird es am Platze sein, demnächst zur Constituirung & Anhandnahme der Geschäfte zusammenzutreten & ich erlaube mir, Sie um die gefällige Mittheilung zu ersuchen, wann & wo Ihnen ein Zusammentritt genehm wäre. –

Bei einer neuerlichen Durchsicht der frühern Verhandlungen in Sachen der schweiz. Subventionen an eine Gotthardtbahn habe ich in vermehrtem Maße den Eindruk erhalten, daß es außer ordentlich wünschbar wäre, wenn die Hauptgrundlage, auf welche sr. Z. die Subventionen ausgesprochen wurden, nicht in einer Weise verändert werden müßte, daß die beschloßenen | Subventionen in Frage gestellt werden könnten. Ich glaube, daß die Regierungen sich kaum berechtigt erachten würden, von sich aus auf eine Modifikation des frühern Programms einzutreten, wornach die Betheiligungen statt gegen sg. Aktien II. Ranges einfach als Subventionen à fond perdu zu erfolgen hätten. –

Genehmigen Sie, hochgeachteter Herr Präsident! bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung

von Ihrem stets ergebenen

J. Zingg.

Luzern den 22 März 1869.