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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4121 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Sonntag, 25. April 1869

Schlagwörter: Bankwesen (allgemein), Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Zürich 25 April 1869.

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Beiliegend die gewünschten Notizen betr. den Sömmering & den mir gef. mitgetheilten Brief Du Coster's.

Ich habe die bewußter Unterredung mit Welti, deren beförderliche Abhaltung eine dringende Nothwendikeit ist, morgen Statt finden lassen wollen. W. telegraphirt mir aber so eben, daß er von Bern abwesend sein werde. Ich werde suchen, in den ersten Tagen der künftigen Woche mit ihm zusammen zu treffen.

Von Berlin seit Donnerstag keinerlei Bericht. Dagegen eröffnet Grattoni Aussicht auf die Erhältlichmachung von etwa 10 Millionen mit 6% Zins während der Bauperio| de in Italien. Ich habe Stoll sofort hievon benachrichtigt

In Basel immer dieselbe Engherzigkeit. Der Handelsstand von Zürich & Winterthur wird sich jedenfalls mit 2 ½ Millionen Frkn. am Consortium betheiligen, vielleicht mit noch mehr. Bank & Privaten in Schaffhausen werden sich jedenfalls für Fr. 650/m erklären & wahrscheinlich für noch mehr.

Siegfried ist bereits auf dem Standpuncte angekommen, über die moralische Versunkenheit des Tessinervolkes zu jammern! Sie wollen uns keine Subventionen geben & verlangen die Ausführung der Cenere Linie während der ersten Bauperiode, was einen Ausfall von über 5 Millionen für uns zur Folge hätte!

In ausgezeichneter Hochachtung Ihr freundschaftlich ergebener

Dr A Escher