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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B4072 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Dienstag, 18. Februar 1868

Schlagwörter: Diplomatische Aktivitäten, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Indem ich Ihnen die mir gef. mitgetheilten Briefe Du Coster's in der Anlage wieder zu übermitteln die Ehre habe, füge ich bei, daß sie mir zu keinen Bemerkungen Veranlassung geben.

Die gegenwärtigen politischen Verhältnisse in der Schweiz sind wenig dazu angethan, unser großes Project zu fördern. Von Bundeswegen wird Angesichts der Ereignisse in Zürich weniger gethan werden wollen als je & von Cantonswegen wird, wenn Zürich gänzlich zurückbleibt, auch nichts zu erwarten sein. Es wird sich eben vielleicht zeigen müssen, daß die «reine Demokratie» der Erfüllung großer Staatsaufgaben nichts weniger als förderlich ist!

Herr Bürgermeister Stehlin & ich| haben schon vor geraumer Zeit unsere Mission bei dem Preußischen & Italienischen Gesandten vollzogen. Ich habe dann noch, dem Wunsche dieser Herren entsprechend, jedem von ihnen einen Situationsplan & ein Längenprofil des sogenennten «obern» Gotthardtracé's, sowie eine summarische Darstellung des demselben zu Grunde liegenden Finanzplanes zugestellt. Der Erfolg ist nun zu gewärtigen. Wir werden gut thun, uns keine zu großen Hoffnungen zu machen.

Genehmigen Sie die Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von

Ihrem freundschaftlich ergebenen

Dr A Escher

Zürich
18 Febrr 1868.