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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3984 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Montag, 13. August 1866

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Krankheiten, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

In Folge Ihrer gestrigen gefälligen Rükantwort, aus der ich mit Bedauern Ihr neuerliches Unwohlsein vernehme, werde ich eine Versammlung des Gotthardtausschußes hinausschieben, hoffend daß Ihnen die Gesundheitsverhältniße die Antheilnahme an einer allfällig später abzuhaltenden Sitzung wieder gestatten werden. Inzwischen übermittle ich Ihnen den Entwurf eines Briefes, den Hr. Koller abgefaßt hat. Sollten Sie einen Brief an Hrn. Fowler ungefähr | im Sinne dieses Entwurfes – immerhin mit etwas zurükhaltendern Ausdrüken – für zuläßig oder thunlich erachten, so könnte die Sache vielleicht auf dem Wege der Circulation erledigt werden. –

Ich theile beinebens Ihre Ansicht, daß man mit Vorsicht verfahren müsse. Ich habe den Herrn aus London beim ersten Besuche auch bereits angedeutet, daß nach den eingetretenen gewaltigen Veränderungen bei Mitgliedern des Comite die Ansicht walten könnte, vor weitern Schritten erst wieder eine Abklärung der | Verhältniße abzuwarten, da die Schweiz ja begreiflich nicht in der Lage sei, ohne anderweitige Mitwirkung die erforderlichen Subventionen zu beschaffen. Hr. Russel glaubt indeßen, daß die Sachlage für das Unternehmen nicht ungünstiger geworden sei & daß dasselbe nunmehr in England noch mehr Sympathien finden dürfte als früher. –

Mit den besten Wünschen zur baldigen Wiederherstellung Ihrer Gesundheit verbleibe in ausgezeichneter Hochachtung

Ihr freundschaftlich ergebenster

J. Zingg.

Luzern d. 13 Aug. 66.