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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3976 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Bern, Donnerstag, 5. Juli 1866

Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Gotthardbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Mont-Cenis-Bahn, Regierungsrat TI, Vereinigte Bundesversammlung

Briefe

SCHWEIZERISCHE
BUNDESCANZLEI

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Indem ich Ihnen Ihre verehrl. Zuschrift vom 1dß. bestens verdanke, lege ich diesen Zeilen die 3 Schriftstücke bei, welche Sie derselben anzuschließen die Güte hatten.

Wenn der Staatsrath von Tessin sich nicht entschließen konnte, die Lucmanierconzession der Bundesversammlung nicht vorzulegen, so wird der Bundesrath gemäß der grundsätzlichen Schlußnahme, die er vor Eingang der fraglichen Conzession gefaßt, die letztere der Bundesversammlung vorenthalten müssen.

Die «Idee» DuCoster's, von Seiten des Gotthardcomite's auf Jacini einzuwirken, damit er in Benutzung der Kriegsvollmachten seinen Gesetzesentwurf betreffend die Gotthardbahn zum Gesetze erhebe, ist eine sehr unglückliche & auch die Anregung Koller's, wenigstens in Betreff des Gesetzesentwurfes für Prämirung der Arbeiten am Mont Cenis eine solche Einwirkung eintreten zu lassen, dürfte auf sich beruhen gelassen werden. Es ist nun einmal nicht in der Luft, sich gegenwärtig mit derartigen Fragen zu beschäftigen. Wenn man nun gleichwol erzwingen will, sie auf die Tagesordnung zu bringen, so| leistet man ihnen nicht nur keinen Vorschub, sondern man schadet ihnen geradezu.

Eine Sitzung des Gotthard Ausschusses halten Hr. Stehlin & ich gegenwärtig nicht für nothwendig.

Genehmigen Sie die Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von

Ihrem freundschaftlich ergebenen

Dr A Escher

Bern
5 Juli 1866.