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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3863 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Samstag, 25. November 1865

Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Gotthardbahnprojekt, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Ich gebe mir die Ehre Ihnen hiemit in Anlage zu übermachen:

1. drei Briefe des Hrn. Ducoster aus Florenz an Hrn. Koller, welche über die Verhandlungen der italienischen Alpenbahnkommißion Aufschlüße von einigem Intereße geben;

2. einen Brief des Hrn. Pfyffer aus Florenz vom 22 fl. Monats ;

3. Ein Schreiben des Hrn. Koller mit einer Nummer des Appenino & zwei ältern Briefen v. Bertani, welche über die Haltung Cattaneo's ein fatales Licht verbreiten. Es dürfte vielleicht gut sein, davon Hrn. Peyer | Kenntniß zu geben. Wenn sie es für angemeßen erachten sollten, die selben auch Hrn. Crispi mitzutheilen, so könnte dieß wohl am füglichsten durch Hrn. Schmidlin geschehen.

4. Eine Zuschrift des Hrn. Landammann Styger, Mittheilungen über den Stand der Subventionsfrage im Kt. Schwyz enthaltend. Ich habe nicht unterlaßen, Hrn. Styger in seinen Bemühungen etwas zu ermuntern. In Beziehung auf die Haltstelle in Steinen bemerkte ich ihm, daß wir hier auch mit derlei Bedenklichkeiten über untergeordnete Traçefragen zu kämpfen hatten, dieselben aber mit dem Hinweis beseitigten, daß bei der Conceßionsertheilung & der Tracegenehmigung den Kantonsbehörden | Gelegenheit geboten sei, die diesfalligen Intereßen des Kantons oder Ge meinden zu wahren. Das sollte auch in Schwyz beruhigen dürfen. Das Comité habe sich mit dem Detail des Traçe & Anlage der Stationen nicht befaßt & die dermalen in den Plänen erscheinenden Anlagen seien als Vorschläge der Techniker zu betrachten. Eine Gotthardbahngesellschaft werde gewiß dereinst billige & berechtigte Wünsche der Behörden berüksichtigen müßen. –

Nach Zug habe ich confidentiell über die Sachlage in Beziehung auf die direkte Linie über Zug an Hrn. RR. Zürcher geschrieben, bin aber bis dato noch ohne Antwort. –

Die Verantwortung des Bureau der | Gemeindeversammlung der Stadt Luzern ist nun eingelangt, so daß die Caßations beschwerde gegen den Subventions beschluß wie ich hoffe am Montag oder spätestens am Mitwoch behandelt werden kann. –

Genehmigen Sie, hochverehrter Herr Präsident: bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung

v. Ihrem freundschaftlich ergebenen

J. Zingg.

Luzern d. 25 Nov. 1865.