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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3854 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Bern, Montag, 30. Oktober 1865

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Regierungsrat AG, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Bern 30 October 1865 [,?]

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Beiliegend weiter eine Anzahl Briefe & Depeschen, welche sie interessiren dürften.

Ich habe die Abreise von Bernasconi & Motta von Bern nach Lugano bewirkt & davon Hrn. Peyer benachrichtigt.

Graffenried ist gestern zurückgekehrt. Er hat außer dem, was in seinem beiliegenden Briefe enthalten ist, noch im Wesentlichen Folgendes berichtet:

1.) Baden hat (in Folge meines Briefes an Roggenbach, den ich in der vorletzten Sitzung des Ausschusses vorgelesen) offizielle Schritte gegenüber dem Preußischen Ministerium gethan, um dasselbe zu einer Erklärung in Betreff einer Subvention für den Gotthard zu veranlassen.

2.) Baden hat bei dem Belgischen & Holländischen Ministerium die Subventionirung des Gotthard in Anregung gebracht.

3.) v. Edelsheim hat sich mit Entschiedenheit für den Gotthard ausgesprochen.

4.) Die Darmstädtische Bank für Handel & Gewerbe scheint | nicht ungeneigt, sich bei der Bildung von einer Gesellschaft für Ausführung der Gotthardbahn zu betheiligen

Ihr verehrl. Schreiben von gestern ist mir richtig zugekommen. Ich werde, da Sie es wünschen, an Dula schreiben, wie traurig es mir auch vorkommt, daß es nöthig ist.

Gestern Nachmittag habe ich mit einer Delegation der Regg v. Aargau (Keller & Welti) wegen der bewußten Bedingung conferirt. Ich hoffe, man werde sich verständigen. Ich habe einen Vertragsentwurf aus gearbeitet, welchen wir diesen Nachmittag discutiren werden.

Ich schicke Ihnen eine telegraphische Depesche zum Zwecke der Einberufung des Ausschusses auf künftigen Donnerstag. Die Situation in Betreff der Bildung der Gesellschaft, Schritte im Elsaß & im nordöstlichen Frankreich, die Situation im Tessin, wie sie sich dannzumal gestaltet haben wird us. f. scheinen mir Tractanden zu sein, die um so eher etwa künftigen Donnerstag behandelt werden sollten, weil Sie in der ersten Hälfte der künftigen Woche ganz in Anspruch genommen sein dürften.

Genehmigen Sie die Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von

Ihrem freundschaftlich ergebenen

Dr A Escher