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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3852 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Bern, Samstag, 28. Oktober 1865

Schlagwörter: Alpenbahn (allgemein), Landrat NW, Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat LU, Vereinigte Bundesversammlung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Beiliegend beehre ich mich Ihnen weitere Berichte von Peyer zu übermitteln. Da er aufgelegt ist, schlechte Witze zu machen, so nehme ich um so eher an, daß die Sachen im Ctn. Tessin gut stehen.

Wollen Sie gef. Hrn. Peyer die von ihm gewünschte Postanweisung von Fr. 200. zukommen lassen. Er wohnt Hôtel du Parc, Lugano.

Landammann Wyrsch von Nidwalden ist gestern förmlich wegen der Schlußnahme des dortigen Landrathes entschuldigt. Er hat mir versprochen, beförderlich ei ne außerordentliche Landrathssitzung einzuberufen & er «garantirte» mir für Aufhebung des letzthin gefaßten Beschlusses & Votirung einer Subvention.

Über Segesser fangen nun doch die Mitglieder der Bundesversammlung aus den Urcantonen an erbittert zu werden, wie ich mich heute mit Vergnügen davon überzeugt habe. Ich kann der Regg von Luzern nur neuerdings empfehlen, fest & entschlossen vorzugehen. Gewiß ist dieß nicht bloß das würdigste, sondern auch das | klügste Verfahren.

St. Gallen & Graubündten haben sich also bereit erklärt, je 4 oder sogar 5 Millionen Subvention an eine Lucma nierbahn beizutragen. In Beilage übermittle ich Ihnen den Status über die Eisenbahnbetheiligung des [Cts ?] St. Galles abgeschlossen mit 31 dezbr 1864. Es scheint mir, dieses Actenstück (das ich, falls Sie es weiter zu gebrauchen gedenken, abschreiben zu lassen bitte, damit man die Handschrift meines Freundes Bernold nicht erkenne) in Verbindung mit dem Anerbieten weiterer 4 bis 5 Millionen als Subvention für eine Alpenbahn enthalte einen beachtenswerthen & sehr verwerthbaren Fingerzeig für den Canton Luzern.

Ich erwarte Graffenried, von dem ich gestern einen sehr interessanten Brief aus Brüssel erhielt, für heute oder morgen. Ebenso gewärtige ich Brief von Stoll oder den persönlichen Besuch des letztern. Je nach den Mittheilungen dieser Herren werde ich ein Betreff der Einberufung des Ausschusses an Sie zu gelangen die Ehre haben.

Vor Arbeit weiß ich nicht, wo mir der Kopf steht. In ausgezeichneter Hochachtung

Ihr freundschaftlich ergebene

Dr A Escher

Bern
28 Oct. 65

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Nachträgliche Notiz oben rechts auf Seite 1 von dritter Hand: «28 Octob 1865.»