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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3838 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Sonntag, 8. Oktober 1865

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Grosser Rat LU, Regierungsrat LU, Schweizerische Nordbahn (NB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Indem ich Ihnen für den gefälligst mitgetheilten Beschlußesantrag der Direktion der Nordbahn betreffend die Betheiligung am Gotthardtbahnunternehmen meinen besten Dank abstatte, beehre ich mich Ihnen im Anschluße an meinen gestrigen telegraphischen Bericht mitzutheilen, daß die herwärtige Eisenbahnkommißion des Großes Rathes heute mit Mehrheit (8 Stimmen) beschloßen hat, beim Großen Rathe eine Betheiligung am Gotthardtbahnunternehmen von 1½ Mill fs. vorzuschlagen. Eine Minderheit v. 1 Stimme ist für 1,200,000 fs, 2 Stimmen für 1 Mill. & 2. St. für 750'000 fs. – Für den Beschlußesantrag wurde ohne Anstand eine Form angenommen, welche mit dem Antrage der Nordostbahn in Uebereinstimmung steht.

In Beziehung auf die Betheiligung am Unternehmen einer Bahn durch das Entlebuch stimmten 8 Mitglieder der Commission für den Antrag des Regirungsrathes, wogegen die Minderheit bloß die Bereitwilligkeit | aussprechen wollte, sich bei Erstellung der in Frage liegenden Schienenverbindung in einer dem Zweke & den Verhältnißen entsprechenden Weise zu betheiligen. –

Die schwierigste & für die Betheiligung vielleicht bedenklichste Frage bildet das Veto, das von mehrern Mitgliedern vorgeschlagen worden ist & worüber die Diskußion noch nicht geschloßen ist. –

Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung

v. Ihrem freundschaftlich ergebenen

J. Zingg.

Luzern d. 8 8br1865.

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