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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3828 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Bern, Samstag, 30. September 1865

Schlagwörter: Bundesrat, Gotthardbahnprojekt, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Grosser Stadtrat Zürich, Kantonsrat SO, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Den mir gef. übersandten Brief von Hrn. Feer– Herzog habe ich Hrn. Dir. Widmer zugestellt, der wegen eines Zeitungsartikels, den er zu schreiben gedenkt, über den Stand der Dinge in Florenz orientirt zu werden wünschte. Hr. W. wird Ihnen den Brief wieder zukommen lassen.

Graffenried ist auf heute oder Morgen Abend hier zurückerwartet. Sobald ich etwas näheres von ihm weiß, werde ich der Delegation in Florenz telegraphiren.

Stoll ist am Rheine & wirkt unermüdlich.

Mit Vigier habe ich gemäß Ihrem Wunsche einläßliche Rücksprache genommen. Er sieht ein, daß ein baldiger Entscheid über die Subventionsfrage allerwärts sehr wünschbar ist, findet aber, die außerordentliche Einberufung des Cantonsrathes sei mit Inconvenienzen verbunden, namentlich auch Angesichts der Opposition Kaiser's. Indessen verwirft er den Gedanken einer außerordentlichen Cantonsrathssitzung im October | durchaus nicht & will die Sache noch etwas näher überlegen.

Mit Welti habe ich das gleiche Thema heute Mittag besprochen. Er wäre bereit, zu einer außerordentlichen Großrathssitzung im October Hand zu bieten, wie er überhaupt in Betreff der Haltung des Aargau gegenüber dem Gotthardprojecte sehr entschieden & zuversichtlich ist.

In Zürich (Stadt & Staat) wird wacker vorgearbeitet, so daß der Große Rath am 20 Octr wird entscheiden können.

Die Generalversammlung der N.O.B. wird am 19 Octr Statt finden.

Ich könnte frühestens am Mitwoch Nachmittag nach Luzern kommen, um mit Knörr & Schumacher Rücksprache zu nehmen. Ist dieß früh genug?

Der Ausschuß hat noch die Frage zu entscheiden, ob die Subventionseingaben an Preußen, Baden & Württemberg durch das Mittel des Bundesrathes an Adresse zu befördern seien. Es dürfte vielleicht auf Donnerstag Abend 3½ Uhr eine Sitzung in Olten in Aussicht zu nehmen sein. Andere Tractanden werden bis dann zur Genüge vorliegen.

Ich werde frühestens Montag Abends & spätestens | am Dienstag Nachmittag wieder in Zürich eintreffen.

In ausgezeichneter Hochachtung

Ihr freundschafltich ergebener

Dr A Escher

Bern
30 Septr 65

Kommentareinträge

Nachträgliche Notiz oben rechts auf Seite 1 von dritter Hand: «30 7br 1865.»