Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3798 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Dienstag, 1. August 1865

Schlagwörter: Alpenbahn (allgemein), Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt, Presse (allgemein)

Hochgeachteter Herr & Freund!

Mit vielem Intereße habe ich von den Zuschriften des Hrn. v. Graffenried, welche Sie mir mitzutheilen die Freund lichkeit hatten, Kenntniß genommen & ich beehre mich hiemit, Ihnen dieselben unter bester Verdankung wieder zurükzustellen. Die Mittheilungen über die Verhandlungen in Paris haben auf mich allerdings auch nicht den Eindruk gemacht, daß wir hier bald zu einem befriedigenden Ziele gelangen werden. –

Wie ich Ihnen gestern telegraphisch mitgetheilt habe, finde ich einen | Zusammentritt unsrer engern Comm. ebenfalls sehr wünschenswerth, einerseits zur vorläufigen Besprechung der Situation in Paris, anderseits zur Erörterung der Fragen, welche durch die beifolgenden Briefe von Oberty, Wetli & des Teßinischen Bahnkomite nahe ge legt werden. –

Indem ich mich in der Voraussicht auf eine baldige Zusammenkunft auf diese Zeilen beschränke & nur noch beifüge, daß ich im Sinne Ihrer vorletzten Zuschrift sofort an Hrn. Pioda geschrieben habe, verbleibe ich mit dem erneuerten Ausdruke ausgezeichnetster Hochachtung |

Ihr freundschaftlich ergebener

J. Zingg.

Luzern d.1. August 1865.

P. S. Soeben wird mir eine Nummer des Journal des Debats zugestellt, in welchem eine Correspondenz aus Florenz die Alpenbahnfrage bespricht. Nach dieser Corr. gienge das Gutachten der tech. Alpenbahnkomm. dahin, daß in technischer Beziehung fast kein Unterschied zwischen den verschiedenen Päßen vor handen sei & die commerziellen Intreßen entscheiden werden. Die Situation wird für den Gotthardt ganz günstig darge stellt. –