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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3796 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Interlaken, Montag, 31. Juli 1865

Schlagwörter: Eidgenössischer Schulrat, Gotthardbahnprojekt, Grimselbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

In sofortiger Erwiederung Ihrer verehrl. Zuschrift v. 30 kann ich mich ganz damit einverstanden erklären, daß in dem bewußten Antrage von Actien I & II «Ranges» statt «Priorität» gesprochen werde, obgleich der letztere Ausdruck gangbarer ist.

In Beilage beehre ich mich Ihnen eine fernere Zuschrift des Hrn. v. Graffenried zu übermitteln. Ich kann nur wiederholen, was ich Ihnen schon gestern schrieb: ich fürchte, die Angelegenheit gelange in Folge der Unterhandlungen mit H. Hentschin ein schiefes Geleise. Sie | werden aus dem Briefe des Herrn. v. Graffenried ersehen & es ist mir auch sonst noch besonders auf die Seele gebunden worden, daß das mit H. Hentsch aufgestellte Protokoll als ein tiefes Geheimniß zu behandeln sei! – v. Gr. ist heute noch in Paris: ich hoffe ihn aber bald in Interlaken zu sehen.

Sobald wir über die Situation in Paris noch etwas mehr aufgeklärt sind, dürfte eine für die nächste Ausschußsitzung vorbereitende Besprechung zwischen Ihnen, Herrn Bürgermeister Stehlin & mir am Platze sein. Ich behalte mir vor, Ihnen je nach den weiter eintreffenden Nachrichten auf einen Tag in der zweiten Hälfte dieser Woche ein Rendezvous in Bern vorzuschlagen.

An Herrn Beckh in Stuttgart habe ich geschrieben, um die Reise der HH. Experten an die | Grimsel zu verhindern, wie wir dieß bei unserm letzten Zusammentreffen in Bern verabredet hatten.

Am 8 August Abends muß ich wegen einer Sitzung des Eidg. Schulrathes wieder zu Hause sein. Von erheblicher Erholung verspüre ich bisanhin wenig!

In ausgezeichneteter Hochachtung

Ihr freundschafltich ergebene

Dr A Escher

Interlaken 31 Juli 1865

Kommentareinträge

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