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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3795 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Sonntag, 30. Juli 1865

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Nationalrat, Presse (allgemein)

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Empfangen Sie meinen besten Dank für die geschätzten Mittheilungen, welche Sie mir mit verehrlicher Zuschrift vom 28 d. zu übermachen die Güte hatten. Ich bin mit Ihrem Entwurfe ganz einverstanden & erlaube mir einzig eine kleine Redaktionsänderung vorzuschlagen, nämlich daß statt der Bezeichnung Aktien I & II «Priorität» der Ausdruk Aktien I & II. «Ranges» gewählt würde. Sollte übrigens der von Ihnen gewählte Ausdruk im Eisenbahnwesen gebräuchlicher sein, so kann ich mich auch damit einverstanden erklären. –

Ich beehre mich Ihnen die telegraphische Correspondenz mit Herrn v. Graffenried, von der ich mit vielem Intereße Kenntniß genommen habe, wieder zurükzustellen. Ich | bin sehr gespannt, das Ergebniß der Verhandlungen unsrer Hrn. Delegirten zu vernehmen. –

Ich bedaure es lebhaft, daß Ihr Votum zur Motion Weber im Nationalrathes, welches allseitig als ein ganz vortreffliches bezeichnet wird, in keinem Blatte vollständig erschienen ist. Es würde gewiß wie im Nationalrathe auch in weitern Kreisen einen sehr guten Eindruk gemacht haben.

Darf ich Sie schließlich noch um die gefällige Mittheilung ersuchen, auf welchen Tag & welche Stunde Sie die nächste Ausschußsitzung angesagt wünschen?

Mit dem herzlichen Wunsche, daß der Aufenthalt in Interlaken für Ihre Gesundheit den besten Erfolg habe, verbleibe in freundschaftlicher Hochachtung

Ihr ganz ergebener

J. Zingg.

Luzern den 30 Juli 1865.