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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3751 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Sonntag, 12. Februar 1865

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Beiliegend beehre ich mich Ihnen den Wetli'schen Plan zurückzubegleiten. Es scheint Herrn Dir. Stoll & mir, derselbe sollte in 100 Exemplaren vervielfältigt werden, um jeweilen denjenigen Sendungen beigeschlossen werden zu können, welche die Plane im Maaßstabe von 1:10,000 enthalten. Wenn ich mich nicht irre, so sind wir auch bei unserer letzten Conferenz in Olten dahin übereingekommen, daß der Wetli'sche Plan in 100 Ex. vervielfältigt werden soll. Ich nehme an, Sie werden nun diese Vervielfältigung & die beförderliche Übersendung der 100 Exemplare nach Zürich, wo sie in die betreffenden Atlasse mit eingebunden werden sollen, besorgen. Trotz wiederholter Mahnungen hat Wetli bis zur Stunde seinen Bericht, der als Beilage dem technischen Gutachten beigedruckt werden soll, noch nicht eingesandt! Auch im Hauptgutachten giebt es fortwährend noch Änderungen, welche den Fortgang der Druckarbeiten ungemein hemmen!

Was den ständigen Commissär anbetrifft, so ist der von Hrn. Koller empfohlene Hr. Müller v. Altstätten doch derselbe, den ich in nicht der allervortheilhaftesten Erinnerung hatte. Ich will auf den letztern Punct übrigens kein zu großes Gewicht legen.| Dagegen begreifen diejenigen, welche den fraglichen Hrn. Müller kennen, nicht recht, daß er sich für eine Aufgabe, wie diejenige eines ständigen Commissärs in der Gotthardtangelegenheit, eignen soll. Indessen sagt das Sprichwort: «Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande». Es ist also möglich, daß Herr Müller bei uns für ziemlich wenig & in Italien für sehr viel angesehen wird. Ich habe in der That in dieser Beziehung schon sehr überraschende Erfahrungen gemacht. – Die Entscheidung in dieser Angelegenheit scheint mir übrigens nicht so dringend zu sein, daß sie nicht bis zu dem nächsten Zusammentritte der Commission des Ausschusses verschoben werden könnte.

Noch lege ich diesem Briefe die mir gef. mitgetheilten Briefe des Hrn. Koller bei.

Genehmigen Sie die erneuerte Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von

Ihrem freundschaftlich ergebenen

Dr A Escher

Zürich
12 Februar 1865.

Kommentareinträge

Nachträgliche Notiz oben rechts auf Seite 1 von dritter Hand: «12 Feb. 65.»

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