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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3739 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_054

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Donnerstag, 19. Januar 1865

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt, Splügenbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Indem ich Ihnen in Anlage die Zusammenstellung über die climatischen Verhältniße am Gotthardt über mache, beehre ich mich noch Folgendes zur Erläuterung beizufügen:

1. Auf Seite 1. sind die Zahlen über die Temperatur zu Altorf nach den Ergebnißen der Beobachtungen von Hrn. Dr. Müller nöthigenfalls zu rektificiren.

2. Auf Seite 2 & 7 fehlen einige Höhenangaben, welche ich durch Hrn. Bekh ergänzen zu laßen bitte.

3. Auf Seite 7 ist die mittlere Monatstemperatur v. Andermatt & Splügen beizufügen.

4. Ich konnte die Rechnungen v. Uri & diejenigen der Eidge noßenschaft nicht gemeinsam behandeln, weil die Längen verschieden sind. Die Schneebruchkosten v. Uri erstreken sich nur bis auf die Kantonsgrenze, welche eine Streke unterhalb dem Hospitz sind befindet; die in |

in den Rechnungen der Eidgenoßenschaft vorkommende Ausscheidung geht von andern Ausgangspunkten aus. –

5. Ich habe die Streken GöschenenAndermatt & Ander matt–Hospiz nicht getrennt behandelt, indem sie entsprechend der Wegstreke v. Dorf Splügen aufwärts auch die eigentliche Bergparthie betreffen.

6. Die Berechnung der Schneebruchkosten am Splügen (frs 6000) stützt sich auf einen Bericht der Regierung v. Graubündten selbst & ein Gutachten von Hrn. Ingenieur Merian vom Jahre 1857.

Sollten Sie im einten oder andern Punkt irgendwelche Abänderungen für wünschbar erachten, so ermächtige ich Sie, dieselben ganz nach Ihrem Ermeßen vorzunehmen.

Inzwischen verbleibe in freundschaftlicher Hochachtung

Ihr ganz ergebener

J. Zingg.

Luzern den 19. Jan. 1865.