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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3722 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Alfred Escher an Josef Zingg, Bern, Mittwoch, 7. Dezember 1864

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Handelsverträge, Staatsverträge

Briefe

Bern 7 Dezbr 1864

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

Nach Empfang Ihrer verehrl. Zuschrift v. 3 , welche mir noch in Zürich zukam, habe ich nicht verfehlt, sofort noch mit Hrn. Director Stoll in Betreff der Wetli'schen Mittheilung Rücksprache zu nehmen. Er ist auch der entschiedenen Ansicht, daß es bei der Schlußnahme des Ausschlusses v. 1 . in Betreff der Art der Behandlung des Wetli'schen Projectes in dem zu publicirenden «technischen Gutachtens» sein Bewenden haben soll. Übersichtliche Erwähnung, aber nicht mehr, weil sonst eine weitere Verzögerung der Verbreitung des technischen Gutachtens in sichere Aussicht genom| men werden müßten. Würden in Sachen Schwierigkeiten entstehen, so wäre es gewiß am zwekmäßigsten, wenn Sie in Ausführung Ihres Vorhabens in Zürich mit den HH. Stoll & Bekh mündliche Rücksprache nehmen würden.

In Beilage beehre ich mich, Ihnen ein von Hrn. von Roggenbach an mich gerichtetes Schreiben zu gef Einsicht zu übermitteln. Der Ihnhalt derselben dürfte Sie interessiren. Ich habe das Schreiben dem Bundespräsidenten in extenso mitgetheilt, natürlich in ganz confidentieller Weise. Er hat sich wiederholt bereit erklärt, dahin zu wirken, daß der Abordnung zur Unterhandlung des Handelsvertrages mit dem deutschen Zollvereine die Instruction ertheilt werde, die Aufnahme eines Alpenbahnartikels in den | Vertrag ungefähr nach der Roggenbach'schen Redaction zu verlangen. – Ob Italien die Stellung, welche H v. R. ihm anweisen möchte, einzunehmen bereit sei, muß ich, beinebens gesagt, sehr bezweifeln. – Wollen Sie mir das Schreiben nach gemachtem Gebrauche gef. wieder zustellen.

Im Hinblicke auf den Befund des H. v. R., daß die Abordnung des Ausschusses nach Deutschland ihre Abreise noch verschieben solle, sowie in Würdigung anderweitiger Verhältnisse will es mir scheinen, es sollte der Zusammentritt der Anordnungen in's Ausland nicht während der Bundesversammlung in Bern, sondern stäter vielleicht in der Woche vor Weihnachten in Olten Statt finden.

In ausgezeichneter Hochachtung Ihr freundschaftlich ergebener

Dr A Escher