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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3714 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Sonntag, 27. November 1864

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Nachdem ich gestern & vorgestern durch die gefällige Vermittlung des Hrn. Direktor Stoll die ersten drei Drukbogen des technischen Gutachtens erhalten, habe ich nun eine etwas eingehendere Zusammenstellung der Hauptergebniße der technischen Untersuchung entworfen. Ich gebe mir die Ehre, Ihnen hiemit den Entwurf dieser Zusammenstellung zur geneigten Durchsicht zu übermachen, mit der Bitte, denselben dem Hrn. Generalsekretär Widmer zur Aufnahme in den Bericht übermitteln zu wollen, 1 sofern Sie nämlich mit dem Inhalt einverstanden sind. Sollten Sie irgend welche Ergänzungen oder Abkürzungen für wünschbar erachten, so ermächtige ich Sie selbstverständlich, dieselben vornehmen zu laßen. In den Detail der Kostenberechnung glaubte ich nicht eintreten zu sollen.

Dem Entwurfe muß noch die Vergleichung | mit dem Lukmanier beigefügt werden, die ich augenbliklich nicht machen kann, weil ich keine Copie der Ihnen vor einigen Tagen übermittelten Zusammenstellung des Hrn. Bekh zurükbehalten habe. Hr. Widmer wird das Mangelnde leicht ergänzen können. 2 Wenn man dem Berichte auch noch das Fazit aus dem technischen & commerziellen Gutachten beifügen will, so wird hiefür wohl Hr. Direktor Stoll in Anspruch genommen werden müßen.

Ich wäre zur Besorgung dieser Sache gerne selbst nach Zürich gekommen; aber meine Zeit war diese Tage vollständigt in Anspruch genommen & Morgen beginnt die Großrathssitzung, die mir eine Entfernung verunmöglicht. –

In Anlage übermache Ihnen sodann auch das Budget des Gotthardtausschußes nebst einem Verzeichniß der bisher von Kantonen & Gesellschaften geleisteten Beiträge an die Vorbereitungskosten. Zu der Rechnung des alten Gotthardtkomite | habe ich nur beizufügen, daß in den Ausgaben auch ca 3400 fs. Zahlungen an die Hrn. Wurster & cie für Lithographie der Wetlischen Projekte enthalten sind. Da die Lithographie der Situationsplane größtentheils auch für das Projekt der HH. Bekh & Gerwig ohne neuen Stich benutzt werden konnte, so sollte die Rechnung v. Wurster & Cie für den Gotthardtausschuß in mäßigern Grenzen bleiben dürfen. 3

Zum Schluße erlaube ich mir noch die Bemerkung, daß es nach meiner unmaßgeblichen Ansicht geeignet sein würde, der ständigen Commission wenigstens ein Exemplar der großen Pläne vorzulegen, wenn ein solches verfügbar wäre. 4 Ich habe bereits an Hrn. Widmer geschrieben, eine solche Planvorlage besorgen zu wollen, wenn dieselbe überhaupt möglich ist. –

Indem ich Sie für die wiederholte Bemühung um freundliche Entschuldigung bitte, verbleibe ich in ausgezeichneter Hochachtung

Ihr freundschaftlich ergebener

J. Zingg.

Luzern d. 27 Nov. 1864.

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