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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3631 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Josef Zingg an Alfred Escher, s.l., [1864]

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Ich beehre mich Ihnen mitzutheilen, daß sowohl Hr. Profeßor Studer in Bern, als Hr. Escher von der Linth in Zürich die Uebernahme der geologischen Expertise zugesagt haben. Beide äußern jedoch übereinstimmend die Ansicht, daß es nicht möglich sein werde, auf die vorhandenen Materialien hin die Fragen des Gotthardtausschußes mit der wünschbaren Schärfe zu beantworten, sondern daß, sofern man sich nicht mit bloß annäherenden Angaben begnügen wolle, eine nochmalige Bereisung und Untersuchung des Gotthardt, die aber mehrere Monate fordern werde, nothwendig sei. –

Da mir Hrr Ingenieur Koller mitgetheilt hat, daß für die Unterredung mit Hrn. | Sommeiler & als Grundlage zu deßen Urtheil über die Schwierigkeit der Durchführung des Gotthardt das geologische Profil sehr wünschenswerth wäre, ja daß es eigentlich in erster Linie nur zu diesem Zweke für nöthig erachtet wurde, & für Hrn. Sommeiler das Profil im Maßstab v. 1/100.000 nach den bisherigen Erhebungen genügen werde, so habe ich mich damit einverstanden erklärt, daß Hr. Koller mit den Hrn. Geologen einsweilen im Sinne der Anfertigung eines auf die vorhandenen Materialien gestützten Gutachtens in Rüksprache trete. Dem Ausschuße steht dann frei, ein einläßlicheres, auf neue Untersuchungen gestüztes Gutachten zu verlangen, wenn dasselbe für nothwendig erachtet wird. Hr. Escher v. der Linth hat auch mitgetheilt, daß er vor Ende August eine Bereisung des Gotthardt nicht vornehmen könnte. – |

Indem ich nicht unterlaßen wollte, Ihnen hievon vorläufig Kenntniß zu geben, benutze ich diesen Anlaß, die Versicherung ausgezeichneter Hochachtung zu erneuern.

Ihr freundschaftlich Ergebener

J. Zingg.

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Datierung gemäss Briefkontext.

Kontexte

  • [1864]