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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3603 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Mittwoch, 24. Februar 1864

Schlagwörter: Alpenbahn (allgemein), Eisenbahnen Gutachten und Expertisen

Briefe

Zürich 24 Febrr 1864.

Hochgeachteter Herr Regierungsrath!

Indem ich Ihnen Ihre beiden verehrl. Zuschriften vom 19 & 22dß. bestens verdanke, halte ich auch dafür, daß ein Zusammentritt des Gotthardt ausschusses unnöthig sein dürfte, bis dem letztern Vorlagen betreffend die beiden bekannten Gutachten, so wie betreffend die Bereitwilligkeit der für Missionen in Aussicht genommenen Personen zur Uebernahme der ihnen zugedachten Mandate gemacht werden können. In letzterer Beziehung haben wir noch die abschließlichen Erklärun| gen der HH. Feer & Fierz zu gewärtigen. Erst nachdem diese vorliegen, wäre nach meiner Ansicht mit den HH. Stehlin & Peyer wegen der Mission nach Deutschland Rücksprache zu nehmen. In ersterer Beziehung hoffe ich in den nächsten Tagen – der Gesundheitszustand meiner Frau & ein Uebermaaß von Geschäften nehmen mich fortwährend sehr in Anspruch – das Beckh-Gerwig'sche Gutachten an der Hand der mir von Ihnen gef. übermittelten Pläne durchgehen & es sodann Ihnen & H. Müller zustellen zu können. Hierauf würden Sie, Herr Müller & ich zu einer sachbezüglichen Besprechung zusammen treten.

Herr Pioda hat mich auf der Durch| reise nach seinem Gesandtschaftsposten besucht. Ich zweifle nicht daran, daß er für das Gotthardtproject das möglichste thun wird. Vor der Hand werde ich von ihm zuverlässige Mittheilungen aus Italien über die dortige Stimmung, über die Frage, wer am meisten Aussicht auf den Kauf der Italienischen Staatsbahnen habe – ein sehr wichtiger Punct für die Lösung der Alpenbahnfrage – us. f. erhalten. Ich werde mir jeweilen zur Pflicht machen, Ihnen dieselben unverzüglich zur Kenntniß zu bringen.

Genehmigen Sie die Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von

Ihrem freundschaftlich ergebenen

Dr A Escher