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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3596 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Dienstag, 16. Februar 1864

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Personelle Angelegenheiten

Briefe

Hochgeachteter Herr Regierungsrath!

Nach Einsichtnahme des Gutachtens der HH. Bekh & Gerwig habe ich mich davon überzeugt, daß eine Besprechung desselben zwischen Ihnen & mir sowie zwischen der Commission des Ausschusses & H. Beckh schon am künftigen Freitage in einer fruchtbringenden Weise nicht gedenkbar sei. Man muß das Gutachten sammt Plänen bei sich zu Hause gehabt & gründlich studirt haben, bevor man sich darüber aussprechen kann. Hiezu würde es Ihnen, Herrn Müller & mir bis künftigen Freitag an Zeit gebrechen. Ich halte daher dafür, es dürf| te das geeigneteste sein, wenn ich, nachdem die commerzielle Commission das Gutachten benutzt hat, dasselbe in Empfang nehmen & prüfen würde & wenn ich es dann Ihnen überschickte, damit Sie & nachher H Müller davon eingehende Einsicht nehmen könnten. Nachher dürfte dann ein Zusammentritt zu veranstalten sein, zu welchem die Experten einzuladen wären. H Beck ist mit dieser Art der Behandlung ganz einverstanden: er reist morgen von Zürich ab & gewärtigt in 8–12 Tagen die Einladung zu der beabsichtigten Besprechung. Auf diese Weise ist auch dem Wunsche des H. Müller um Verschiebung Rechnung getragen. Da Sie Gelegenheit gehabt haben, von dem Umfange | des Expertengutachtens Einsicht zu nehmen, so glaube ich nicht daran zweifeln zu dürfen, daß Sie mit dem vorgeschlagenen Verfahren einverstanden seien.

H Fierz, mit dem ich heute Vormittag betreffend die Mission nach Italien Rücksprache genommen habe, behielt sich Bedenkzeit vor, wobei er eher die Annahme als die Ablehnung des an ihn ergangenen Rufes durchblicken ließ. H Dir. Schmiedlin hat nun diesen Nachmittag H Feer– Herzog angegangen. Er wird mir morgen melden, welche Antwort er erhalten hat. Natürlich behandeln wir fortwährend die Angelegenheit der Missionen in ihrem ganzen Umfange als ein strenge | zu bewahrendes Geheimniß.

Das commerzielle Gutachten schreitet in Folge der Anstrengungen des H. Director Stoll rasch seiner Vollendung entgegen.

In freundschaftlicher Hochachtung

ganz Ihr

Dr A Escher

Zürich
16 Febrr 1864.

Kommentareinträge

Nachträgliche Notiz oben rechts auf Seite 1 von dritter Hand mit Bleistift: «16 Feb. 64.»