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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3565 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053 (Entwurf)

Josef Zingg an Alfred Escher, s.l., Samstag, 19. September 1863

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Landrat NW, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Concept.

19 7br 63

Hr Präs. Escher.

Hochgeachteter Herr Präsident!

Von einer mehrtägigen Inspektionsreise zurükgekehrt erhalte ich durch Hrn. RR. Dula, dem ich Ihre allfällig während meiner Abwesenheit eintreffenden Briefe mitzutheilen Auftrag gegeben hatte, Ihre geschätzten Zeilen vom 15. fl. Mts. Wie Ihnen Hr. Dula mitgetheilt hat, kam Ihre Mittheilung noch früh genug, um die bereits angesetzte Commissionssitzung zu verschieben, da erst 4 Einladungsschreiben abgegangen waren.

Wenn Sie damit einverstanden sind, würde ich nun den Zusammentritt der Commißion auf Montag den 28. September ansetzen. Die Entschließung von Freiburg ist Ihnen bekannt, Teßin hat die Annahme der Uebereinkunft, unter Vorbehalt der Genehmigung des Gr. Rathes, & die Wahl des Hrn. Staatsrath Pioda als Abgeordneten angezeigt. Von Nidwalden ist die Mittheilung| eingelangt, daß die Uebereinkunft dem den 23 d. sich versammelnden Landrathe vorgelegt wird.

«Wir haben keinen Zweifel – schreibt die Landeskanzlei im Auftrage der Regierung – daß der Landrath nicht im Intereße unsres Landes in Sachen einen Beschluß faßen wird, den wir Ihnen sogleich mittheilen werden.» Baselland hat laut den Zeitungen auch genehmigt; die officielle Anzeige ist aber noch nicht da. Wenn nun Thurgau den Gegenstand nächste Woche erledigen kann, so dürfte meines Erachtens eine weitere Verschiebung nicht mehr nothwendig sein. Nach einer kürzl. Mittheilung v. Hr. Regpräs. Schenk, glaube ich auch, daß ihm der 28 7ber genehm sein würde. –

Hrn. Cecovi habe ich zweimal gesprochen. Er wieder holte mir die Ihnen gemachten Mittheilungen über Bildung einer Gesellschaft & in Aussicht gestellte italien. | Subsidien, daß aber die Gesellschaft dem Gotthardt den Vorzug geben würde. Auf das Ansuchen derselben, es möchte den Sillar'schen Conceßionären Copien unsrer Pläne v. Biasca bis Lugano gegen Bezahlung oder Austausch der v. ihnen zu besorgenden Aufnahmen v. Lugano nach Camerlata & v. Bellinzona nach Locarno verabfolgt werde, würde v. dem Gotthardtkomite im Sinne des untntgeltl. Austausches bereitwillig entsprochen, hauptsächlich um ein freundl. Entgegenkommen zu beweisen. – Aufgefallen ist mir die Warnung Cecovi's vor B. Pioda. Er erklärte mir, ganz positiv zu wißen, es habe Hr. P. vor Tagen Kurzem in einem Briefe nach Locarno durchbliken laßen, daß er, wenn er Minister sei, trachten werde de relier les anciens traités. In einem an Hrn. Wetli gerichteten neuesten Briefe wurde die Warnung vor den neuen teßinischen Gotthardtfreunden erneuert. In einem heute mir zugekommenen Briefe aus Bern wurde bemerkt, es scheine, die Hrn. der Ostschweiz haben gegen die Wahl P. nicht viel einzuwenden. Die Ich wollte nicht ermangeln, Ihnen hievon Kentniss zu geben. Daß die Diskußion über den Gesandtschafsposten & eventuell die Wahl nächsten Montag stattfinden wird, werden Sie schon wißen. –